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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Schneekanonen

Dieser Artikel ist Teil der achtteiligen Serie Schneekanonen 2014.

Heute Mittag bin ich nach Hause gefahren. In der Stadt war es wolkig, aber ruhig. Nach 6 Kilometern fiel der erste Schneestaub herunter, nach 10 Kilometern Schneeflocken. Und die letzten Kilometer vor Skelleftehamn ging es richtig ab, es war windig und heftig am Schneien. Sogar der Wetterdienst smhi hat vor 20-30 cm Neuschnee gewarnt.

Näsuddsvägen – fast zu Hause

Das hat es die letzten Male schon einige Male gegeben, dass ein Lake Effect direkt an der Küste für große Schneemengen gesorgt hat, während zehn Kilometer landeinwärts fast nichts herunterkam. Hier wird dieser Effekt „Snökanon“ genannt, wie die Schneekanone, mit der Pisten künstlich beschneit werden. Ich glaube, damit hat irgendein Journalist mal begonnen, denn eigentlich heißt der Effekt „Sjösnö“ (Seeschnee).

Eine kleine Herausforderung war es heute, mit dem Auto auf das Grundstück zu kommen, denn dort lagen bestimmt 30 cm Schnee. Aber mit einem bisschen Schwung ging das gut. Auch die Treppe vor dem Haus war schon gut zugeschneit und neben dem Zaun haben sich Schneewehen gebildet. Vor anderthalb Tagen lag gerade ein Millimeter!

Mit Schwung um die EckeSchneeverwehungen auf der Treppe

Eh es dunkel wurde, bin ich noch zum Strand von Storgrundet gelaufen. Mit dem Auto wäre ich da vermutlich nicht durchgekommen, denn vor allem an der einen Stelle bilden sich oft hohe Schneewehen. Es war etwa -10 °C und heftig windig. Bei guter Kleidung spielt die Kälte keine große Rolle, aber der Wind pfefferte mir den Schnee frontal ins Gesicht und ich bin zum Test mal mit Skibrille gelaufen. Die sperrt zwar den Schnee aus, aber irgendwann beschlägt sie und dann frieren die Wassertröpfchen und irgendwann sieht man nichts mehr.

Die Kamera hat keine Skibrille und zeigt den monochromen Weg zum Strand nicht orange sondern weiß:

Im Schneesturm zum Strand

Am Strand hat man zeitweise gar nichts gesehen, dann wiederum zeigte sich die Insel Storgrundet ein wenig und ich war ziemlich überrascht, dass ein Teil der Meeres zwischen Insel und Festland wieder offen ist.

Am winterlichen StrandOffenes Meer bei Storgrundet

Es schneit weiter, vermutlich das ganze Wochenende und ich nehme an, dass wir hier recht große Mengen bekommen könnten. Bureå, zehn Kilometer weiter südlich, scheint großen Vorsprung zu haben, ein Facebooker schrieb heute Mittag schon von 80 – 100 cm Schnee. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig eifersüchtig bin, denn (psst, nicht den Nachbarn verraten) ich will hier auch noch mehr Schnee! Mehr davon! Und vor allem mehr als im Nachbarstädchen!

Wie viel hier runterkommt und wie lange? Wie viel in Bureå? Ich halte Euch auf dem Laufenden, hoffentlich auch mit Bildern. Dafür werde ich vielleicht am Montag frei nehmen, denn am Wochenende probe ich mit dem Chor.

Selbstportrait am „Strand“

4 Kommentare für „Schneekanonen“

Annika schreibt:

:-)))

Olaf Schneider schreibt:

:-)) :-))) :-)))))

Martin schreibt:

Das tolle an so einem Schneesturm ist doch: Man hat sich dicke Wäsche, Parka, gefütterte Hose, Winterstiefel usw. für viel Geld gekauft. Man war selbst im Zweifel ob man das wirklich alles braucht. Und beim ersten Test war es eigentlich viel zu warm. Und jetzt zieht man das alles an, geht raus und es ist wundervoll. Man spürt jede Böe und hört den prasselnden Schnee auf der Kapuze und innendrin ist es wunderbar warm. Man kann den Sturm genießen und sich aufs Fotografieren konzentrieren. Man lernt, die Jackentaschen zu zu machen, weil sie sonst bald voll Schnee sind, man lernt den Fellkragen der Kapuze zu schätzen, weil er den Wind so schön bremst. Ich beglückwünsche Dich zu diesem Wetter! Hier laufe ich immer noch mit dem Sommeranorak rum …

Olaf Schneider schreibt:

Ich bin vermutlich der, der hier im Winter am meisten „overdressed“ ist, wenn ich fotografiere. Aber bis auf die Finger habe ich noch nie wirklich gefroren, bloß manchmal geschwitzt, wenn ich zu faul war, eine Schicht auszuziehen.

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