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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Nächtlicher Luxus

Manchmal wache ich mitten in der Nacht auf, in meinem Kopf macht es ”Bing!“ und ich bin wach. Hellwach. Mitten in der Nacht. Ich bin keine Eule und nutze die Nächte eigentlich lieber zum Schlafen als zum unmotiviert wach sein. Normalerweise lese ich eine Stunde, bis mein Körper meint, nun sei es aber mal gut und ich das Licht lösche, die Augen schließe und weiterschlafe.

Heute hätte ich auch gelesen, wenn nicht gestern Abend schon fahles Nordlicht am Westhimmel gesehen wäre. Und so schaute ich raus und sah, dass der halbe Himmel von Polarlicht bedeckt war. Ich habe mir kurz warme Klamotten angezogen und bin mit Stativ und Kamera in den Garten gegangen. Aber da störten Telefonleitungen, Lichter, Häuser und überhaupt.

Also habe ich kurz mein 8mm-Fisheye auf die Kamera gemacht und bin an die nahe Bucht gelaufen. Da habe ich dem Polarlicht zugeschaut, wie es mal schwächer und mal stärker wurde, wie sich eine schmale helle Linie vom Westen bis zum Zenith und weiter erstreckte, wie sich aus den hellen Bogen pulsierend Aurorastreifen in den Himmel erstrecktem – grünem Feuer gleichend.

Und natürlich habe ich auch immer wieder auf den Auslöser gedrückt.

Polarlicht über der BuchtPolarlicht über der Bucht

Polarlicht über der Bucht

Erst habe ich noch überlegt, ob ich zu Hause ins Auto steige und mir eine schönere Stelle zum Fotografieren suche. Dann habe ich das Gegenteil gemacht, mich mitten auf den Näsuddsvägen gestellt und einfach noch mal in Richtung Osten fotografiert. Und mich über den Luxus gefreut, statt des Buchlesens Polarlicht anschauen zu können, wenn ich schon nicht schlafen kann. Nicht als Tourist, sondern vor der eigenen Haustür.

Auf dem Näsuddsvägen

Die Entscheidung, nicht noch irgendwo hinzufahren, war wohl richtig, inzwischen ist vom Nordlicht nichts mehr zu sehen. Außerdem höre ich mein Bett rufen.

Ihr seht die breiten schwarzen Ränder auf den Fotos. Das liegt daran, dass das Fisheye nur den kleineren DX-Sensor abdeckt und nicht den größeren FX-Vollformatsensor. Ich habe die Fotos aber absichtlich nicht beschnitten, erst weil ich nicht so viel vom Bild wegnehmen wollte, dann weil mir die Fotos so eigentlich ganz gut gefallen. Schade nur, dass man die Streulichtblende, die hier für zusätzliche Abdeckung sorgt, nicht abnehmen kann. Vielleicht doch noch mal nach einem Fischauge für Vollformat schauen …?

4 Kommentare für „Nächtlicher Luxus“

Peer schreibt:

Ich glaube, wir werden fast zur selben Zeit wach, ohne (oder doch mit!?) konkrete Motivation. Ich hatte gehofft mal einen Sternenhimmel zu sehen, aber das ist hier in Deutschland im Ruhrgebiet so selten. Lohnt nicht für eine Langzeitbelichtung. Da hätte ich wahrscheinlich eine super Ansicht vom Werk in Scholven. Als ich vor kurzem in Portugal war hab ich die besten Momente irgendwie immer verpasst. Eine so frühe Venus (und Helle!) habe ich nie gesehen (falls sie es war, aber ich vermute es).

Olaf Schneider schreibt:

Die Venus hat gerade eine relative Helligkeit von -4.2 mag. Bei -4.4 mag (etwa 20% heller) habe ich sie schon am Taghimmel sehen können.

Sandra schreibt:

Irgendwie wird mir bei den ersten 3 Bildern fast schwindlig… trotzdem: eine spannende „Perspektive“!

Und: Diese Worte „Und mich über den Luxus gefreut, statt des Buchlesens Polarlicht anschauen zu können, wenn ich schon nicht schlafen kann. Nicht als Tourist, sondern vor der eigenen Haustür.“ haben mich ganz besonders gefreut zu lesen!! Genau das meinte ich, als ich kürzlich mal anmerkte, dass du mit deinen Fotos nicht so „hart“ sein sollst….

Wünsche dir ein schöner Tag und hoffe, du bemerkst den fehlenden Schlaf nicht zu sehr……

Olaf Schneider schreibt:

Vielleicht wirkt es, dass ich meinen Fotos gegenüber hart bin, aber das ist wohl mein Weg, mich zu verbessern. Übrigens gibt es auch Fotos, die ich wirklich mag, aber das schreibe ich dann nicht unbedingt dazu.

Sehr gut gefällt mir mein Wellenbild auf Der Herbst, der Herbst. Es gibt sehr schön die raue Stimmung wieder.

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