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Nordwärts

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In drei Tagen ist Bundestagswahl

Heute vor drei Jahren war ich das erste Mal in Schweden wählen. Heute in drei Tagen ist die achtzehnte deutsche Bundestagswahl. Ich werde nicht mit dabei sein, nicht mit wählen.

Warum nicht? Bin ich etwa Schwede inzwischen? Nein, ich bin nach wie vor deutscher Staatsbürger und darf daher an der Wahl teilnehmen. Zur Wahl zum Schwedischen Reichstag hingegen wäre ich nicht zugelassen, da ich kein schwedischer Staatsbürger bin.

Subjektiver WahlzettelBin ich etwa wahlmüde? Ja, ein bisschen schon, denn ich finde, dass die von mir wählbaren Parteien in Deutschland immer mehr ihr Profil verloren haben und sich immer ähnlicher geworden sind. Das macht mir die Wahl nicht leicht, zumal ich heutzutage leider keinem führenden Politiker mehr so wirklich über den Weg traue. Aber ein Grund, nicht wählen zu gehen, wäre das nicht für mich.

Scheue ich mich, vom Ausland aus zu wählen? Ja, auch das ein bisschen, denn ich würde ja durch meine Wahl an einem Prozess teilnehmen, der die Politik eines Landes, in dem ich nicht mehr lebe, mitbestimmt. Und damit über eine Gruppe von Menschen, der ich seit fast dreieinhalb Jahren nicht mehr angehöre.

Das ist zwar eine unbeantwortete Frage für mich, aber auch die gab nicht den Ausschlag, an dieser Bundestagswahl nicht teilzunehmen. Der Grund ist ganz banal: Um als Deutscher aus dem Ausland an der Bundestagswahl teilnehmen zu dürfen, hätte ich bis zum ersten September einen Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis stellen müssen. Ich war einige Tage zu spät dran und kann daher dieses Jahr leider zum ersten Mal nicht mitwählen.

Ich weiß nicht so recht, welches Wahlergebnis ich mir wünschen soll, aber eine Sache weiß ich, die ich mir wünsche: Dass alle, die sich entschieden haben, keiner Partei Ihre Stimme zu geben, lieber einen Wahlzettel leer oder durchgestrichen abgeben, als nicht wählen zu gehen. Denn das würde die Wahlbeteiligung (alle abgegebenen Stimmen, auch die ungültigen!) erhöhen und damit ein „Wir wollen wählen, wissen bloß nicht was!“ signalisieren, statt einem „Es ist uns egal!“.

Keine der Pseudoparteien auf meinem Subjektivem Wahlzettel steht für eine einzelne existierende Partei, sondern eher für verschiedene Gruppen von Parteien.

5 Kommentare für „In drei Tagen ist Bundestagswahl“

Thomas schreibt:

Dein Wahlaufruf freut mich! Ich würde ihn aber gerne noch etwas variieren: Noch viel besser als einen ungültigen Stimmzettel abzugeben, wäre es, wirklich FÜR etwas zu stimmen. Es gibt in vermutlich allen Wahlkreisen parteilose Einzelkandidaten, und unter diesen hoffentlich auch den einen oder anderen vernünftigen Menschen. Wählt einen davon! Und bei den Parteien gibt es genügend, die kaum eine Chance haben, über die 5% zu kommen. Sucht euch darunter die am wenigsten spinnerten aus und wählt die!
Wenn alle, die auch dieses mal wieder nicht wählen, es doch machen würden, und zwar auf diese Weise, käme womöglich ein höchst interessantes Ergebnis heraus, das vielleicht doch früher oder später etwas bewegen würde….
Und das ist es doch, was die vielen Nichtwähler eigentlich wollen (Manchmal glaube ich an das Gute im Menschen).

Schade, dass Du es nicht mehr geschafft hast.

Olaf Schneider schreibt:

Das mit den kleinen Parteien wäre gar nicht so einfach bei mir, denn ich bin kein Nationalist, kein bibeltreuer Christ, kein Marxist und auch kein Rentner.

Aber im Grunde hast Du recht, Thomas Ehe man nicht wählen geht, kann man lieber eine kleine Partei unterstützen, wenn man nur von ihren Ideen überzeugt ist.

Schöne Grüße nach Freiburg.

Thomas schreibt:

Es müssen ja nicht gerade die Extremen (ob nun links oder rechts) sein. Dazwischen gibt´s ja auch noch ein paar mehr oder weniger Bunte… und dazu zähle ich jetzt mal auch Freie Wähler oder diese Freibeuter.
Hauptsache man ZEIGT, dass man nicht zufrieden ist!!
Und bei mir ist es durchaus auch so, dass ich keine einzige Partei finden kann, mit deren Ideen ich mich komplett indentifizieren könnte. Dann wähle ich halt die, die wenigstens ein bis zwei gute (und am besten neue und andere) Ideen haben.
Ob die dann esoterisch oder bibeltreu heißen ist erst mal zweitrangig.

Gruß zurück aus Freiburg, das gerade wettertechnisch ein wenig aufholt zu Euch im ganz hohen Norden!

Olaf Schneider schreibt:

Ich hätte schon das Bedürfnis, hinter dem Grundkonzept einer Partei zu stehen (wenn sie denn eines hat). Mit einem christlichen Gottesstaat beispielsweise hätte ich meine Probleme, selbst wenn es Übereinstimmungen in manchen Themenbereichen gäbe.

Wettertechnisch aufholen? Wir haben es heute grau, 15 °C, Wind und Regenschauer.

Thomas schreibt:

Mensch Olaf! Du untergräbst meinen verzweifelten Wahlaufruf!!!!
Man muss ja nicht die wählen, mit denen man gar nicht kann! Es gibt ja noch ein paar normalere unter den Exoten.
Und selbst wenn:
Die Gefahr, dass uns auf diese Weise ein christlicher Gottesstaat (oder was auch immer sonst) blüht, ist statistisch völlig ausgeschlossen – dafür gibt´s viel zu viele, die das wählen, was sie schon immer gewählt haben. Es geht doch nur drum, wenigstens zu zeigen, dass einem die Politik der etablierten Parteien stinkt, und dass im allerallerallerbesten Fall hinterher ein paar wenige Nichtpolitprofis im Parlament mitsitzen dürfen und vielleicht ein bißchen frischen Wind dort hineinbringen.

Und das Wetter? Heute in Breisach eine ausgewogene Sonne-Wolken Mischung mit so knapp 20° und eine freundliche Prognose fürs Wochenende. Das Breisgau überholt Nordschweden mal wieder ganz lässig. Dafür haben wir im Winter nicht den Hauch einer Chance….

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