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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Midsommar

Vorgestern hat es den ganzen Tag geregnet. Heute Vormittag hat es gepladdert. Aber gestern, da war Midsommar! Was hatten wir für ein Glück, denn es war warm und die Sonne hat geschienen. Und Martin und Annica haben meine Eltern und mich in ihre Stuga – ihr Sommerhaus – nach Bygdeträsk eingeladen.

MittsommeressenDort gab es erst einmal ein ganz typisches Mittsommermittagessen: Und dazu gehören vor allem verschiedene Sorten eingelegter Hering (hier: Senapsill, Midsommarsill, Inlagd sill). Dazu gab es Tomaten, halbe gekochte Eier mit Fischrogen, Knäckebrot mit gesalzener Butter und Pellkartoffeln mit Dill. Und Schnaps! Auf den habe ich aber verzichtet, denn ich bin Auto gefahren.

Direkt danach sind wir nach Burträsk gefahren, denn dort fand auf dem Hembygdsgård, dem „Heimathof“, ein Mittsommerfest statt. Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht, denn ich hatte gehofft, dass meine Eltern mal alle typischen Mittsommertänze live erleben dürfen. Ein Frau leitete den Tanz um die Mittsommerstange an, war aber hauptsächlich mit dem kaum funktionierenden Funkmikrophon beschäftigt. Gesungen wurden nur „Små grodorna“ und zwei andere Lieder, dann war schon Schluss. Seltsam – wo bleibt bitte schön „Räven raskar över isen“, „Karusellen (Jungfru skär)“ oder „Prästens lilla kråka“?! Aber die Anwesenden – allen voran natürlich die Kinder – hatten trotzdem ihren Spaß.

Mittsommertanz

Die Kinder machen „Raketen“Bloß keine Strümpfe, es ist Sommer!

Wir haben ein bisschen herumgeschaut, Eis gekauft und uns dann unter einen großen Baum auf das Gras gesetzt und auf den großen See geschaut. Auch schön!

Eine Winterwegmarkierung im SommerDie Hängebrücke zur Insel SmedjeholmenEin Jugendlicher machte einen „Backflip“ von der BrückeEin typisch schwedischer Zaun

Bald darauf sind wir wieder zurück zur Stuga gefahren, wo wir lange in dem großen mückendichten Pavilion gesessen haben und von Martin mit einem fürstlichen Abendbrot verwöhnt wurden. Noch stundenlang hätte ich dort sitzen und mit allen durcheinander auf Deutsch, auf Englisch und auf Schwedisch über dies und das reden und diskutieren können. Nur mein pausenloses Gegähne zeigte, dass auch ein schönes Mittsommerfest irgendwann zu Ende geht. Und so haben meine Eltern und ich uns auf den Heimweg gemacht. Eine Stunde später waren wir wieder zu Hause, wo wir mit einem Glas Rotwein diesen schönen Tag haben ausklingen lassen.

Zum Abschluss noch ein Bild vom Göksjö, dem See, an dem Annicas und Martins Stuga liegt.

Blick auf den Göksjö

Vielen Dank, Annica und Martin, für Eure Einladung. Tack för igår!


Mittsommer ist immer zur Sommersonnenwende. Das bedeutet nicht nur, dass astronomischer Sommeranfang ist, sondern auch, dass jetzt die Tage wieder kürzer werden. Aber es wird noch sechs, sieben Wochen dauern, bis es nachts wieder so richtig dunkel ist. Mal schauen, wann ich wieder den ersten Stern sehe.

3 Kommentare für „Midsommar“

Sonya schreibt:

Hach, sieht das nach einem schönen und leckeren Fest aus. Unser Midsommar im Englischen Garten haben wir leider wegen Regen ausfallen lassen. Als Alternative haben wir uns im Café getroffen.

Olaf Schneider schreibt:

Schade, schade. Bist Du Wetterfee nur auf Reisen?

Sonya schreibt:

Scheint so. Auch gerade regnet es wieder in Strömen.