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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Roadtrip nach Bodø II

Dieser Artikel ist Teil der dreiteiligen Serie Bodø 2013.

Wo bin ich? In Bodø. Nein, eigentlich bin ich schon wieder seit zwei Tagen in Skelleftehamn, aber der Artikel handelt von dem zweiten Tag unseres Roadtrips nach Bodø. Um sieben bin ich aufgewacht und habe von meinem kleinen Hostelzimmer eine Möwe beobachtet, die ein Nest auf einem Gabelstapler baute. Ob das eine gute Idee ist?

Vor dem Frühstück habe noch einen Rundgang durch die Stadt gemacht. Sie lebt von den starken Kontrasten zwischen Hafenatmosphäre, dem Blick auf das knallblaue Meer – denn wir hatten herrlichen Sonnenschein – die schneebedeckten Berge am Horizont und die moderne Architektur. Ach ja, die Baustellen habe ich vergessen. Überall in Bodøs Zentrum wird gebaut und ich bin gespannt, wie die Stadt in drei Jahren aussieht. Aber eine Stadt am Meer hat immer ihren Reiz, finde ich. Und mir gefällt die klare, moderne Architektur auch gut.

Architektur am MeerEin kleiner Teil des Hafens

Ich bin dann auf die lange Mole gegangen. Sie verbindet die Miniinsel Rundholmen mit dem Festland und reicht bis zu 200 Meter an die Halbinsel Nyholmen heran. Dazwischen die Fahrrinne, die unter anderem von den Hurtigrutenschiffen benutzt wird, wenn sie etwas weiter nordostwärts anlegen wollen. Auf der Insel Nyholmen steht ein kleiner Leuchtturm aus dem Jahre 1875 und ein Fort, welches zwischen 1807 und 1814 gebaut wurde. Nächstes Mal werde ich da hinlaufen und mir das aus der Nähe ansehen.

Warnung vor WindDie Halbinsel Nyholmen

Auf der Insel Rundholmen hat man einen schönen Blick und ich hätte gerne noch ein paar mehr Fotos gemacht, weil ich die Kombination Fels—Tang—Meer—Stadt—Berg unglaublich faszinierend fand und auch, weil das Wetter so schön war. Aber ich war mit Martine und ihren australischen Freunden um neun zum Frühstück verabredet und habe deswegen bald den Rückweg angetreten.

Blick von der Insel Rundholmen Fels—Tang—Meer—Stadt—Berg

Zwei Stunden später haben wir uns auf einen gemütlichen Rückweg gemacht. Dieses Mal konnten wir unterwegs besser anhalten, denn die Parkbuchten liegen alle auf der dem Fjord zugewandten Seite. Enorm, was vierundzwanzig Stunden warmes Wetter und Sonne ausmachen: Die Birken waren um einiges grüner als auf am Vortag.

BrückenbauFjordbucht

Bald schraubte sich der Weg wieder hoch auf das Fjäll und nach der norwegisch-schwedischen Grenze waren wir wieder im Land von Eis und Schnee. Wir haben Skooterfahrer gesehen, einen Skiläufer, der oben ohne auf dem See stand und zwei Frauen, die sich mit kurzer Hose und Bikini im Schnee gesonnt haben. Wir haben an einem Kiosk angehalten, wo einige Skooterfahrer die letzten Wintertage ausnutzten und über den See heizten. Der Kioskbesitzer erzählte, am Morgen seien es 6 °C gewesen, herrlich, doch dann sei die verdammte Sonne gekommen. Er muss selber ein bisschen lachen.

SkooterfahrerDie letzten Skootertage

Nach einer Pause fahren wir weiter und sind bald wieder in vertrauterem Gelände. Arjeplog—Arvidsjaur—Glömmerträsk—Jörn—Kusfors. Unterwegs sehen wir noch einige Rentiere, die großen Herden aber sind woanders.

Schneeschmelze auf dem FjällRentiere an der Straße

ich verabschiede mich von meinen Mitreisenden. Was für ein herrliches Wochenende: So viel Urlaub, so viele schöne Erlebnisse in nur zwei Tagen. Nach einer weiteren Stunde bin ich zu Hause. Der Tacho zeigt 071.0 Kilometer Fahrt. Die Tausender-Eins passt nicht mehr aufs Display.

6 Kommentare für „Roadtrip nach Bodø II“

Annika schreibt:

Ach Olaf, auf Deinen Bildern ist sogar Bodø schön ;-) (seitdem ich im Winter 2012 aber zwei Stunden lang auf den Hausberg spaziert bin und mir diesen Winter mal das Hinterland ein bisschen beguckt habe, hat die Stadt sowieso auch bei mir durchaus Punkte gewonnen…)

Olaf Schneider schreibt:

Ich finde viele nordnorwegische Städte wie Bodø und Narvik auch nicht gerade schön. Leider wurden sie 1940 von der deutschen Luftwaffe angegriffen und zerstört. Ich muss irgendwann mal nach historischen Fotos suchen um zu sehen, wie sie vorher ausgesehen haben.

Den Hausberg muss ich nächstes Mal auch hoch. Welcher ist das?

(wenn ich nach bei Google nach „hausberg bodø“ suche, erhalte ich als ersten Treffer „Bodo vom Hausberg | Ahnentafel für Rassehunde …“)

Annika schreibt:

Ja, das ist ja leider immer der Grund :-( Ich erinnere mich an deutsche Touristen auf unserer ersten Hurtigrutenreise, die sich bei der Brückenführung beim Kapitän beschwerten (ich denke, das ist der richtige Ansprechpartner in so einem Fall…), dass insbesondere Nordnorwegen so extrem hässliche Orte hat. Unser Reiseleiter kommentierte sehr leise, dass das bis zu den 40er Jahren anders war. Es herrschte kurzes Schweigen. Später beklagte sich die Frau bei ihrem Mann, dass sie sich sehr unhöflich behandelt gefühlt habe…. Man schämt sich dann etwas :-(
Aber schön fand ich Bodø damals trotzdem nicht ;-)

Annika schreibt:

Und: „Hausberg“ ist vielleicht übertrieben ;-) Es ist der Anfang vom Rønvikfjell. Da steht eine Hütte (die wir aber nicht erreicht haben, weil wir umdrehen mussten) und man kann bis zu den Lofoten gucken. Wir wollten einfach ein bisschen laufen, weil wir die Innenstadt ziemlich unspannend fanden, aber das Schiff ja nur recht kurz da liegt…

Olaf Schneider schreibt:

Ich kenne Deutsche, die auf solchen Schiffen nicht deutsch sprechen, weil sie sich ob der anderen Deutschen so geschämt haben …

Annika schreibt:

:-) Ich habs ja auch mit meinem rudimentären norwegisch versucht, aber die antworten einfach immer deutsch da! Blöd zum Üben.
Im Winter isses meist nicht so schlimm. Die drei Tage letzten Sommer auf der Finnmarken haben mir allerdings gezeigt, dass Hurtigruten keineswegs zu jeder Saison geht…

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