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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Schwimmbadbau

Dieser Artikel ist Teil der dreiteiligen Serie SM Winterschwimmen 2013.

… Mit der S-Bahn nach Hause. Die Stadt ist laut und voll.

Olaf Schneider, 9. Februar 2003

… Taxi nach Hause. Alles grau, warm, trostlos. Wieder in Essen, aber nicht zu Hause …

Olaf Schneider, 5. Februar 2004

… Bald in der S-Bahn bis Moosach und dann mit dem Bus weiter. Ekeliger Nieselregen. …

Olaf Schneider, 26. Februar 2009

Diese Zitate stammen aus meinen Reisetagebüchern. Es war jedes Mal ein Kulturschock, nach einer winterlichen Skandinavienreise wieder in eine deutsche Großstadt zu kommen.

Dieses Mal ist alles ein bisschen anders: Ich komme nicht mit dem Flieger, sondern dem Auto nach Hause. In Skelleftehamn ist es ruhig. Heute zeigt das Thermometer -12 °C und in meiner Abwesenheit hat es – genau so wie gerade jetzt – weitergeschneit. Und so liegen im Garten hinten 85 bis 90 cm Schnee, der in Bodennähe so hart ist, dass ich den Zollstock, den ich zum Messen benutze, kaum bis zur Erde stechen kann. Laute und volle Stadt? No! Warm und trostlos? Nej! Ekeliger Nieselregen? нет!


Während ich im Büro an Internetprojekten weiterprogrammiere, stehen fünf Menschen auf dem zugefrorenen Fluß und sind mit Kettensägen und langen Stangen ausgerüstet. Sie sind vom „Tekniska kontoret“ und bauen ein Schwimmbad. Wie im letzten Jahr findet auch heuer (für Norddeutsche: dieses Jahr) eine Meisterschaft im Winterschwimmen in Skellefteå statt und zwar am nächsten Samstag. Bis dahin muss das Schwimmbad mit vier Bahnen à 25 Meter fertig sein.

Zwei Männer sägen, die quadratischen Blöcke treiben mit der Strömung zur anderen Seite, wo sie von zwei anderen mit nagelbewehrten Stangen unter Wasser gedrückt werden.

Man sieht gut, wie dick das Eis ist, allerdings nur, weil wir wochenlang Wasser aufgespült haben, um die Eisschicht dicker zu machen. Und am Ufer ist der Fluss noch offen. Das war gestern und heute ging es weiter:

Wie letztes Jahr haben wir von Team Dark &and Cold den Event organisiert. Wenn Ihr das nicht gemacht habt, könnt Ihr Euch kaum vorstellen, was da alles dranhängt: Genehmigung der Polizei, Rettungsschwimmer, Website, Sponsorensuche, Gelder von der Kommune beantragen, Medaillen, Taucher, Plakat, Pressearbeit, freiwillige Helfer suchen und vieles mehr haben uns die letzten Monate gang gut auf Trab gehalten. Zum Glück übernimmt der örtliche Schwimmclub die Abwicklung des eigentlichen Wettbewerbs, von den Startzeiten bis zur Zeitmessung.

Nun hoffe ich auf schönes Wetter. Nicht nur am Samstag, sondern auch am Freitag, denn dort kann jeder probieren, ein Eisbad zu nehmen oder 25 Meter zu schwimmen. Und ich bin fest entschlossen, dieses Mal zu schwimmen, auch wenn ich bei meinem Chaos-Bruststil länger als die anderen im Wasser sein werde. Aber das ist ja auch schon irgendwie gewonnen, oder?

Nun muss bloß noch das Schwimmbad fertig werden.

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