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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Die erste Skitour

Skitour, finde ich, klingt immer ein bisschen verwegen und unglaublich sportlich. Ich habe fast ein schlechtes Gewissen, das Wort zu benutzen, aber Skispaziergang klingt ja auch ein bisschen doof. Und immerhin kann ich damit angeben, heute das erste Mal über die gefrorene Ostsee zur Insel Storgrundet gelaufen zu sein. Sind aber auch nur knapp hundert Meter über das Meereis.

Heute war wieder ein herrlicher Tag. Blauer Himmel, warmgelbe Sonne und minus 10 Grad. Da Delle es heute ruhig angehen lassen wollte, habe ich meine Skier geschnappt, Wasser, Nüsse, Kamera und Daunenjacke in meinen Rucksack gestopft und bin losgezogen. Auf der Straße ist das Skilaufen zwar möglich, aber zu Fuß ginge es ebenso gut. Aber im Wald ist es herrlich, da man auf dem vor einigen Tagen nassen und nun hart gefrorenen Schnee herrlich gleiten kann, wo man zu Fuß in den Schnee einbrechen würde. Einige Zeit bin ich durch den Wald gelaufen, bis ich schließlich am Ostseeufer stand.

Jetzt hatte ich zwei Alternativen: Auf dem Land irgendwo weiter oder auf dem Eis zur nächsten Landzunge abkürzen. Jedes Mal ist mir mulmig zumute, wenn ich das erste Mal aufs Eis gehe. Zwar ist das Wasser an der besagten Stelle meist flach, aber ein Stugabesitzer hat einen Hafen ausgehoben und da will ich definitiv nicht einbrechen. Aber nachdem überall auf dem Eis Skooterspuren zu sehen sind und das Eis auf den windgeschützten Buchten stabiler ist als auf dem offenen Meer, bin ich einer Skooterspur auf die gefrorene Wasserfläche gefolgt und war auch schon bald wieder an Land.

Nun war es nicht mehr weit zum Strand. Und von dort führten viele Ski-, Skooter- und Fußspuren zur nahen Insel Storgrundet. Für mich das Zeichen, dass auch ich trocken zur Insel komme. Wenige Minuten später war ich auf der Insel und bin zum östlichsten Punkt gelaufen. Von dort aus hatte ich einen herrlichen Blick über das Packeis, in der Ferne warm beleuchtet, in der Nähe kalt im Schatten der Insel liegend. Dafür, dass es nur so -10 °C, über dem Eis vielleicht -15 °C waren, fand ich es ganz schön kalt und ich war froh über meine Daunenjacke, die ich mir ziemlich schnell übergezogen habe. Ich habe eine kleine Pause gemacht, die ich zum Fotografieren, picknicken und einfach zum Schauen benutzt habe, ehe ich wieder über die Insel, das Eis und schließlich die Autostraße zurückgelaufen bin. Nach insgesamt zwei Stunden war ich wieder zu Hause.

Für die Statistik: Winter 2010/11 war ich am 5. Dezember zum ersten Mal mit Skiern oder zu Fuß auf der Insel Storgrundet, Winter 2011/12 am 22. Januar und Winter 2012/13 am 5. Januar.

4 Kommentare für „Die erste Skitour“

Lussekatt schreibt:

Oh wie herrlich, hier ist das Wetter nach wie vor irgendwie ambivalent: Winter? Oder doch lieber Frühling? Ein paar Schlittschulangläufer waren heute zwar auf dem Hjälmaren unterwegs, aber mir wäre das nicht geheuer gewesen: riesige Tauflächen im Eis. Man kann bloß hoffen, dass alle mit Isdubbar unterwegs waren…

Olaf Schneider schreibt:

… oder eine Ispik wie hier.

Carsten schreibt:

Hallo Olaf

Toller Blog! Ich verfolge dein „Treiben“ schon eine lange Zeit…
Was hast du denn oben an der Dauenjacke hängen???
Das würde mich mal interessieren!

Olaf Schneider schreibt:

Du meinst vermutlich die Isdubbar, die mir um den Hals hängen. Das sind Griffe mit einer Stahlspitze, die mit einer Schnur befestigt sind. Sollte ich ins Eis einbrechen, kann ich die Dinger ins Eis rammen und mich daran herausziehen. Sonst ist es sehr schwer, aus dem Wasser wieder herauszukommen. Ich hoffe allerdings, dass mir das nie passiert. Im Artikel Räven raskar över isen habe ich einen einzelnen Griff fotografiert.

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