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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Tauwetter

Es ist doch wirklich zum Mäuse melken! Neun Tage war ich in Deutschland. Und genau in dieser Zeit war es herrlich kalt in Nordschweden, in Skellefteå bis -25 °C und im Inland bis unter -35 °C. Und kaum bin ich wieder zu Hause, gibt es Tauwetter und Sprühregen. Die Höchststrafe für Winterfotografen und Kälte- und Schneeliebhaber!

Nun, wir haben mehr als reichlich Schnee, der taut nicht so schnell weg. 79 cm ziemlich pappiger Schnee liegen im Garten und auf dem Dach des Wintergartens liegt soviel, dass ich die nächsten Tage den Schnee vom Dach schaufeln werden muss. Heute habe ich gehört, dass ein Nachbar über die täglichen Neuschneemengen Buch führt. Und danach sind seit dem 1. Dezember drei Meter Schnee gefallen (und natürlich zusammengesackt). Das ist schon eine ganze Menge!

Also, Schnee liegt genug. Aber das Tauwetter macht alles ein bisschen hässlicher. Die scharfen Formen der Schneewehen und -wächten sacken zusammen, auf der Straße schimmert der Asphalt durch nasses Eis, viele Bäume sind schneefrei und haben nicht nur Schnee, sondern auch kleine Blätter, Samen, Nadeln und Rindenstückchen abgeworfen. Und überall tropft es. Das ist wirklich kein Fotografierwetter und ich hoffe, dass es bald wieder kälter wird und Neuschnee die dreckig wirkenden Nassschneeflächen wieder in eine weiße Winterlandschaft verwandeln wird.

Zumal ich die nächsten Tage nicht alleine bin, sondern mich fünf gute Freunde aus Deutschland nach Hause begleitet haben. Und denen würde ich natürlich gerne etwas bieten: Kaltes, klares Winterwetter mit trockenem Schnee und gerne ein abendliches Polarlicht dazu. Dann kann man schön Iglu bauen und vielleicht sogar schon über die zugefrorene Ostsee laufen. Bei diesem Wetter sind die Nachbarn aber ein bisschen skeptisch, ob man schon mit einer Gruppe über das Eis laufen sollte.


Gestern morgen klingelte der Wetter um zwanzig vor drei (in Zahlen: 2:40!). Delle, ein Freund aus alten Zeiten hat mich mit dem Auto abgeholt und wir sind nach Göteborg gefahren. Wir hatten den Eindruck, dass es in Dänemark nicht wirklich etwas gibt, denn alles war dunkel und nur wenige beleuchtete Häuser und Höfe waren von der Autobahn aus sichtbar. Nur ab und zu schimmerte eine fahl beleuchtete Fassade einer weißen Steinkirche durch die Finsternis.

Nach einiger Zeit und zwei mautpflichtige Brücken später waren wir in Skåne in Schweden. Es wurde heller, aber Nebel und Sprühregen tauchten die Landschaft in ein trübes Grau. Da wir sehr viel Reservezeit eingeplant hatten, hatten wir genug Zeit, um unsere Füße am Strand von Mellbystrand nördlich von Ängelholm ein bisschen auszuschlenkern. Da hatten wir sogar trockenes Wetter mit recht klarer Sicht. Aber kaum waren wir wieder auf der Autobahn, hing schon wieder der Hochnebel über dem Autodach und die Scheibenwischer bekamen wieder viel zu tun.

Danach: Zug Göteborg—Stockholm, Nachtzug Stockholm—Bastuträsk, Bus Bastuträsk—Skellefteå, Bus Skellefteå-Skelleftehamn. Zu Hause!

Meine Einfahrt war wieder ziemlich im Schnee vergraben. Toll, wenn einer der Freunde mit großer Begeisterung den ganzen Schnee wegschippt. Doch dann kam der Schneepflug und schon lag wieder ein dicker Schneewall vor der Einfahrt, die dann Hans mit dem Traktor auf meine Bitte hin wegräumte.

Bevor es dunkel wurde, sind wir heute zur Ostsee gelaufen. Sie ist zugefroren, aber oberflächlich ziemlich nass. Sowohl Skooter- als auch Fussspuren führen zur Insel Storgrundet, aber ich glaube, ich höre lieber auf die Nachbarn und wir verzichten auf eine Tour über das Eis, eh jemand einbricht und ein unfreiwilliges Bad nimmt.

Aber das Tauwetter, welches mich extrem annervt, hat auch zwei gute Seiten: Zum einen sind die zentimeterdicken Eisschichten vom Autoheck abgetaut, zum anderen kann man, wenn es wieder kälter geworden ist, auf dem gesetzten Schnee bestimmt prima Skilaufen.

5 Kommentare für „Tauwetter“

Sonya schreibt:

Nicht ärgern, es wird sicher wieder kälter. Ich bin heute im T-Shirt auf meinem Münchner Balkon gestanden, das ist nur eine Ausnahme.

Wünsche dir und den anderen einen guten Rutsch. Grüß mir C+O und den ganzen Rest ganz herzlich von mir.

Olaf Schneider schreibt:

Die Grüße sind ausgerichtet. Dir, Sonya, auch einen guten Rutsch und ein tolles, reisefreudiges 2013.

Evi schreibt:

Herzlich willkommen daheim!
Das ist überall ein Wetter mit hundert Fragezeichen und in großen Wellenlinien, auf und ab! Schade für Dich und Deine Freunde,
aber es wird schon noch!!!!
Alles Gute, Gesundheit und Glück für das NEUE JAHR 2013,
Grüße aus dem Allgäu(mit Sonnenschein)

Peer schreibt:

Das mit dem Wetter ist wirklich ein Novum… deswegen können wir Dir aus Herten, bei 13°C, sonnige Grüße und die besten Wünsche für 2013 senden! Guten Rutsch! ;)

Olaf Schneider schreibt:

Grüße zurück an Euch. Kommt gut ins neue Jahr und alles Gute für 2013.

Morgen kann es noch regnen, aber übermorgen soll es wieder etwas kälter werden.

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