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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Der Winter diese Woche

Am Sonntag um zwei lagen also hinten im Garten 83 cm Schnee, alle von den letzten 24 Stunden. Am nächsten Morgen lagen dort nur noch 67 cm, denn der frisch gefallene Schnee ist so fluffig und leicht, dass er ziemlich schnell zusammensinkt. Das ist vielleicht auch ganz gut so, denn sonst würden hier erstaunliche Pulverschneemengen herumliegen und bei jedem kleinen Windstoß die halbe Nachbarschaft zuwehen.

Am Montag (3.12.) ca. 5 cm Neuschnee, am Dienstag morgen ca. 15 cm Neuschnee (eine halbe Stunde schaufeln), seitdem jeden Tag ein paar Zentimeter. Heute Mittag hatte ich hinten im Garten 56 cm, also ist der Schnee schätzungsweise auf die Hälfte seines Volumens zusammengesunken. Auch heute ist es wieder windig und es schneit, aber wirklich viel kommt nicht herunter.

Am Dienstag (4.12.) Abend wurde es mal kurz überraschend kalt: Am Flugplatz wurden -25 °C gemessen und auch bei mir in Skelleftehamn wurden zum ersten Mal in diesem Winter die -20 °C kurz unterschritten. Seitdem ist es aber langsam wieder wärmer geworden, heute mit Temperaturen zwischen -9 °C und -7 °C. Das ist schön, denn da kann ich noch ohne Handschuhe fotografieren.

Am Mittwoch (5.12.) wurde eine Schneewarnung für Stockholm gegeben und richtig – es kam auch einiges in der Stadt herunter, die damit viel größere Probleme hatte als der Norden, denn dort ist natürlich viel mehr Infrastruktur und die wird intensiver benutzt. Auch der Flughafen war am Vormittag wegen des Schnees geschlossen.

Ein bisschen lächerlich gemacht hat sich aber meiner Meinung nach die Zeitung „Dagens Nyheter“, die ein Bildspiel mit dem Titel „Snökaoset i Stockholm“ im Netz veröffentlicht hat. Da war unter anderem dieses schöne Bild zu sehen, von dem ich einen Screenshot gemacht habe. Als ich das bei Facebook gepostet habe, war die Freude der Nordschweden groß, denn hier denken ohnehin alle, dass der Süden nicht weiß, was Schnee und Winter sind.

Heute (7.12.) bin ich durch den Schneefall wie so oft vom Bus nach Hause gelaufen – mit Handschuhen, Halstuch, Mütze und dicker Kapuze auf. Dazu habe ich brasilianische Musik gehört – ein herrlicher Kontrast zum Wetter hier. Abends war ich dann noch einmal kurz draußen und habe Schneewehen und mein Haus fotografiert. Beim Bearbeiten ist mir aufgefallen, dass die vom Wind gewehten Strukturen den Schnee fast wie Sand aussehen lassen. Ich habe versucht, den Schnee wie Sand aussehen zu lassen, aber das Geglitzer verrät schnell, dass ich nicht in der Sahara unterwegs war.

5 Kommentare für „Der Winter diese Woche“

Petra und Ulrich schreibt:

Hallo Olaf,
die speziellen Formen der „Verwehungen“ verraten das es Schnee ist. Das Verräterische ist nicht das Glitzern, denn das kann der feine Sand in der Sahara auch!

Liebe Grüße aus „Winterwonderland Dansweiler“. Wir haben gestern auf einen Schlag auch 12 cm Schnee bekommen. War nach dem Schneeschippen bei uns und unserer älteren Nachbarin rechtschaffen kaputt. Definitiv werden wir uns aber bereits morgen wieder mit gefrierendem Regen und dann kurzfristigem Tauwetter auseinandersetzen müssen!

Petra, Ulrich und Stanley

Olaf Schneider schreibt:

Ich hätte es wissen müssen, dass ich Wüstenprofis in meinem Freundeskreis habe.

Evi schreibt:

Ach ja, Olaf…….dieses „Chaos“ ist auch bei uns im Eifelvorland direkt
bei 10 cm Schnee eingetreten! Aber Schneeschieben mußten
wir dennoch (puuuuhh) und es wurde tatsächlich auch unsere recht stille Nebenstraße mit Schneeschieber geräumt!!
Dafür konnte ich auch ein paar schöne Fotos im Garten „knippsen“
Aber Deine Aufnahmen begeistern mich immer wieder!!!!!!!

Jörg aus Hamburg schreibt:

Moin Olle!

Schöne Musik von Exaltasamba, die Du da im kalten Schnee gehört hast! Hab mich gleich mal auf youtube umgehört; da schreien ja die Mädels vor Begeisterung wie anno tobak bei den Beatles; daß es solche ekstatische Begeisterung noch gibt!

Aber – mal ganz abgesehen von den Beispielen Deiner eigenen Musik (besonders gut hat mir Eure Interpretation des isländischen Volksliedes namens „Vökuró“ gefallen, 16.11.2011) – Ihr habt im Norden doch auch sehr anhörbare Jazzer: Silje Neergaard (sehr schön z.B. „Japanese Blue“ mit der Danish Radio Big Band, mal auf svt 2 gesendet worden) oder Jan Garbarek. Die hätten doch nun gut zum Schnee gepaßt. Du wolltest mit Exaltasamba wohl den Schnee zum Schmelzen bringen!

Herzlichen Dank für Deine schönen Schnee-Berichte; so bekommt man wenigstens mal ein bißchen mehr von diesem Geschenk des Himmels zu sehen; die paar Flöckchen, die wir hier in Hamburg hatten! Ich hatte schon auf svd.se vom „snökaoset“ gelesen und mußte ebenfalls schmunzeln: Die Großstädter können eben nicht mehr mit normalen Naturereignissen fertig werden.

Einen schönen zweiten Advent – hoffentlich hast Du inzwischen Dein Nikolauspaket abgeholt!

Gruß – Jörg

Olaf Schneider schreibt:

@Jörg Soviel skandinavische Musik höre ich gar nicht, wenn auch Jan Garbarek sehr gerne mit Keith Jarretts skandinavischem Quartett aus den Siebzigern.

Ach, die meisten Großstädter kommen ganz gut klar, glaube ich, aber die Zeitungen schreiben halt immer den gleichen Krams. Und auch deutsche Journalisten hängen an das Wort Schnee fast zwanghaft das Wort Chaos oder Katastrophe.

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