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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Vom Herbst in den Winter

Heute war ich mal wieder in Kusfors, um dort zusammen mit Lasse an der neuen Website unseres Vereines „Dark & Cold“ zu arbeiten. Als ich ins Auto stieg, war es wie meist die letzten Wochen: Fünf Grad und graue Wolken.

Als ich Skellefteå hinter mir gelassen habe, konnte man sehr schön erkennen, dass der Herbst nun fortgeschritten ist. Prägten vor anderthalb Wochen noch das leuchtend bunte Laub die Landschaft, so sind jetzt viele Laubbäume schon kahl oder tragen braun-welke Blätter.

Am Varuträsket konnte man sehr schön sehen, wie viel es in letzter Zeit geregnet hat: Die Uferregionen waren landunter und die Birken standen im halbmeterhohen Wasser.

Nachdem ich mich nassgeregnet, wie ich war, wieder ins Auto gesetzt habe und weitergefahren bin, fuhr ich langsam von einer Jahreszeit in die andere: Dass die rot-weißen Wintermarkierungen wieder gesteckt waren, war mir schon vorher aufgefallen. Nun sah ich aber auch, dass die Außentemperatur mit jeder Meile landeinwärts sank und bald nur noch bei 2 °C lag. Ein Auto mit einem Hundeschlitten auf dem Dach kam mir entgegen. Ein anderes Auto verlor eine Ladung Schnee vom Dach, als es mir entgegen kam. In den Regen mischten sich dicke nasse Flocken, die auf die Windschutzscheibe klatschten. Und dann schneite es. Und plötzlich war alles hell und weiß. Was 40 Kilometer Abstand zur Ostsee so ausmachen.

Noch bevor ich eine schöne Stelle zum Schnee fotografieren gefunden habe, bin ich an einem kleinen, bewaldeten Moor vorbei gefahren. Und dort standen zwei Elche. Netterweise war keine hundert Meter weiter ein kleiner Parkplatz. Ich habe schnell das Tele auf die Kamera geschraubt und bin am Straßenrand durch den nassen Schnee zurück gelaufen. Die Elche – Mutter und Kind – haben aber, statt sich in den Wald zu verdrücken, die Straße überquert, und so habe ich nach zweieinhalb Jahren Schweden tatsächlich das erste Mal ein Elchfoto machen können, welches nicht nur unscharfe und verrauschte Schemen zeigt. Natürlich hätte das Kind sich gerne noch im Profil zeigen können, aber man kann nicht alles haben.

Nachdem die beiden Elche im Wald verschwunden waren, habe ich die Fahrt fortgesetzt. Bald lag die Temperatur bei 0 °C und es schneite heftig. Mir war ein bisschen mulmig zumute, denn ich war noch mit Sommerreifen unterwegs. Einige leichte Bremstests haben aber gezeigt, dass der Kontakt zum Asphalt dennoch gut war und so bin ich, wenn auch langsamer als sonst weitergefahren.

Ich bin dann auch gut in Kusfors angekommen. Immerhin ist der Boden noch warm genug, dass der Schneematsch nicht festfriert. Weil ich aber Angst hatte, dass es über Nacht kalt genug wird und morgen richtig glatt ist, bin ich heute Abend wieder zurück nach Hause gefahren. Und habe das erste mal erlebt, dass ich 70 statt der erlaubten 90 gefahren bin und die Schweden hinter mir mich nicht überholt haben. Die hatten eben auch nur Sommerreifen. Aber nun ging alles umgekehrt. Zuerst lagen auf der 95 noch einige Zentimeter nasser Schnee, doch dann stieg die Temperatur Grad für Grad und bei drei Grad konnte ich schon wieder normal fahren. Nach nur unwesentlich längerer Fahrt bin ich wieder in Skelleftehamn angekommen. Dort war das Wetter wie meist die letzten Wochen: Fünf Grad und graue Wolken.

Und als ich am Rechner sitze, sehe ich, was ich heute vor genau zwei Jahren in diesem Blog geschrieben habe: „Und der erste Schnee Teil 1 und Teil 2“. Aber da hatte es sogar in Skellefteå geschneit.

7 Kommentare für „Vom Herbst in den Winter“

Walburga Dehlke schreibt:

Was für wunderbare riesige Tiere, die so friedlich durch die Landschaft laufen. Wenn man dagegen die Jäger alle paar km am Strassenrand sitzen sieht in ihrer Tarnkleidung mit Gewehr, denkt man direkt dass ein Krieg ausgebrochen ist. Schön, dass du sie nur mit dem Foto abgeschossen hast.

Sonya schreibt:

Bin gerade vom Spätsommer in den Herbst gefahren. Das waren allerdings einige Kilometer mehr und es gab zwei Staatsgrenzen zu überschreiten.

Lustig wie unterschiedlich das Wetter wenige Kilometer landeinwärts ist. Und toll, dass du Elche gesehen und fotografiert hast. Dann sind die vielen Elchköttel wohl doch nicht vom schwedischen Tourismusverband verteilt worden ;).

Olaf Schneider schreibt:

@Walburga „Mit dem Foto abgeschossen“ klingt aber immer noch ziemlich martialisch …

@Sonya: Ja, ich habe das Foto in Deinem Blog gesehen. Ich finde es auch immer wieder spannend, wie stark das Wetter und die Jahreszeiten hier nicht von den Höhenmetern, sondern vom Abstand zur Küste abhängen.

Ich denke übrigens auch, dass zumindest ein Teil der Elchköttel echt ist.

elke schreibt:

hej och god morgon

hier in jämtland schneite es gestern sehr heftig. dann stieg die temperatur und der spuk war vorbei. grattis für den schnappschuss.

lg elke

Olaf Schneider schreibt:

Ein Facebookfreund schreibt heute von 25 cm Schnee in Jörn (nicht weit von Kusfors) und in Höglekardalen in Jämtland wurden 31 cm gemessen.

Morgen sollen auch hier in der Region 5 bis 15 cm Schnee fallen, direkt bei mir an der Küste aber vermutlich als Regen.

sabine schreibt:

elche!!! endlich!!! :-) danke!

Olaf Schneider schreibt:

@sabine Ja, die Gesellen machen sich gerne rar. Und stehen bevorzugt dort, wo man unmöglich anhalten kann. Und kreuzen die Straße genau dann, wenn man die Kamera mal im Kofferraum hat.

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