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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Farbbad

Wikipedia bringt das Wort „Farbbad“ mit Batik und Pelzreinigung in Verbindung. Für mich hingegen ist Farbbad so ein Herbsttag wie heute.

Nach mehreren trüben und warmen Tagen, an denen aus einer öden Hochnebeldecke Nieselregen schwebte, klarte es heute vormittag auf. Da ich heute zu Hause gearbeitet habe, bin ich wie meistens zum Mittagessen zu „Din Fest“ gelaufen. Mit dem Weg habe ich mir aber Zeit gelassen, denn der blaue Himmel, die warmgelben Birken und das tiefblaue Wasser waren einfach wunderbar und ich spürte, wie sich mein ganzer Körper mit Licht und Farbe auftankt. Und das kann er für den langen Winter auch gut brauchen.

Wie gut, dass ich gestern Abend vorgearbeitet habe und heute sehr früh begonnen. So hatte ich kein schlechtes Gewissen, den Nachmittag frei zu nehmen und ein bisschen in der Natur unterwegs zu sein. Ich bin zum Bureberget gefahren und wollte noch einmal den Weg nehmen, den ich im Mai mit meinem Bruder gelaufen bin und der damals völlig überflutet war. Ich dachte, dass ich jetzt einen schön trockenen Weg vor mir habe, aber Pustekuchen! Das Wasser schien fast noch tiefer zu sein. Ich bin dann durch den dichten Wald nordwärts abgebogen. Bald lichtete sich der Wald, denn hier gibt es große, blanke Granitfelsflächen, die immer wieder von kleinen Waldstücken unterbrochen werden.

Immer wieder öffnete sich der Blick nach Norden auf die drei Windräder beim Städtchen Bureå, auf Skelleftehamn, die Ostsee mit ihren Inseln und auf Wald, Wald, Wald. Im Westen konnte man weit am Horizont die ersten flacheren Berge erahnen.

Nach einiger Zeit hatte ich mich an der Ferne sattgesehen und habe mich der Nähe zugewendet. Auch hier – Farben. Vor allem das tiefe Glutrot einiger Heidelbeersträucher ist fast nicht zu glauben. Das letzte Foto ist fast ein Zufallstreffer. Ich habe das Motiv gesehen, die Kamera direkt auf den Fels gestellt und Knips gemacht. Das Motiv war nur halb drauf also noch einmal Knips! Und das war das Foto.

Weniger Glück hatte ich bei dem Birkhuhn; da war ich viel zu langsam mit dem Fotografieren.

Und sonst:+++ Letzte Woche hatte ich Besuch von deutschen Internetbekannten, die aber in ihrem großen Wohnwagen geschlafen haben +++ Ich arbeite an einer neuen Webseite für „Dark & Cold“, unseren Verein, der unter anderem die Winterschwimmmeisterschaft in Skellefteå ausrichtet +++ Am Sonntag hat ein Freund bei mir übernachtet, der von Kiruna nach Hamburg unterwegs war +++ Ich organisiere meine Zeit in Deutschland, dort spiele ich zwischen dem 25.10. und dem 10.11. acht Jazzkonzerte, doch dazu später mehr.

9 Kommentare für „Farbbad“

Luzia schreibt:

Wie gut diese Farben tun! Herrlich, wie im Herbst alles zu leuchten beginnt. War genau vor einem Jahr in Schweden um diese Jahreszeit – und die Farben waren genauso wunderschön. Schicke dir noch mehr Herbstsonne aus der Schweiz, denn von dieser hatten wir nun reichlich. :-)

Liebe Grüsse, Luzia

Olaf Schneider schreibt:

Vielen Dank für die Herbstsonne. Sie ist hier leider noch nicht eingetroffen. Es ist wieder trüb und es nieselt.

Grüße zurück in die Schweiz,
Olaf

Andreas schreibt:

Herr Schneider, würden Sie bitte aufhören, solche wunderschönen Fotos zu veröffentlichen?! Ich will sehen, dass es in Schweden grau und trostlos ist und dass es überhaupt nicht lohnt, das schöne Büro hier im Ruhrgebiet zu verlassen!

Olaf Schneider schreibt:

Herr D, heute war es grau. Und regnerisch. Ob das trostlos zu nennen ist, obliegt dem Betrachter.

Pia schreibt:

Vielen, vielen Dank, Olaf, für die wie immer wunderschönen Bilder!!

Die Fliegenpilze sind ja beinahe schon unwirklich, so klar “schauen” sie aus dem PC heraus! ;-)

Und das Grün-Bild hätte ich Dir vor einigen Monaten mit Kußhand für alles Geld der Welt aus der Hand gerissen.. ;-)
Damals suchte ich nämlich verzweifelt ein grünes Pflanzen-Detailfoto für mein Wohnzimmer.
Am Ende bin ich selbst mit der Kamera an den Rhein spaziert.

Auch Grün, aber lange nicht so klar und hübsch wie Dein Bild!! :-)

Olaf Schneider schreibt:

Deine Fotos machen sich aber ausnehmend gut an der Wand.

Pia schreibt:

Vielen Dank!! :-)

Ich freue mich auch jeden Tag, daß die 30-Minuten-am Rheinufer-Aktion am Ende so hübsche Ergebnisse bewirkt hat!

Annika schreibt:

Also, das Küstenbild könnte auch vom Skuleskogen kommen oder? Muss man gar nicht so weit fahren….aber Hüttchen gibts da zum Unternachten wohl nicht, hm?

Olaf Schneider schreibt:

Der Bureåberg ist auch schon ein bisschen höher, aber von einigen Stellen der Höga Küsten hat man viel schönere Aussicht.