Zum Inhalt

Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

Zu den Funktionen

Jazz in Kusfors

Ein bisschen schwebe ich noch. Ich hatte nämlich die Freude, heute mit zwei anderen Musikern ein Jazzkonzert im Café Ångloket in Kusfors zu geben. Mit dabei waren der Bassist Anders „Löwis“ Löfgren, mit dem ich im gleichen Café schon einmal im November Duo gespielt habe und dieses Mal neu die Sängerin Åsa Granlund Jonsson, die ich gefragt habe, ob sie das Konzert mit uns spielen möchte.

Wir hatten nur eine Probe und ein herrliches Durcheinander an Stücken, vom sehr traditionellen „All of me“ über von mir arrangierte schwedische Volkslieder wie z.B. „Jag vet en dejlig rosa“ bis hin zur harmonisch seltsamen Komposition „Kusfors“, die ich letzten Herbst für diesen Platz geschrieben habe. Trotz des Sammelsuriums hat die Folge der Stücke aber sehr gut funktioniert und mir macht es auch Spaß, nach einer offenen modalen¹ Ballade wieder ein 2-5-1²-Swingstück zu spielen.

Ich habe mich riesig gefreut, dass so viele Leute da waren, die ich kannte. Die besten Freunde waren ebenso da wie zwei Kollegen (mit Baby, das sich nur durch den Applaus hat irritieren lassen) und auch mancher gute Bekannte ist aufgetaucht. Toll! Letztendlich habe ich aber für alle Leute gerne gespielt, denn ich spürte, dass jeder erfrischend unvoreingenommen der Musik zugehört hat, auch wenn teilweise recht moderne und abstrakte Passagen dabei waren. Und so habe ich mich – auch wenn ich wie gewöhnlich nicht mit allem zufrieden war, was ich gespielt habe – doch rundum wohl gefühlt.

Und wie schon beim letzten Mal:

Danke, Åsa und Löwis für das schöne Zusammenspiel,
danke, Lasse für die Organisation,
danke, Martine für das leckere Essen,
danke, Per für das gute Klavierstimmen,
danke, Unbekannter für das oben verwendete Foto,
danke, Publikum für Euer dabei sein.

Wir haben beschlossen, uns nach dem Sommer (Sommer geht in Schweden immer vor) wieder zu treffen und ein bisschen zusammen zu spielen und ich hoffe auf ein weiteres Konzert im Herbst.

¹ modal: Thema und Improvisation beruhen nicht auf wechselnden Akkorden, sondern einer Tonleiter oder Skala. Schwer zu erklären, ohne weitere Musikbegriffe zu benutzen. Zu finden in Stücken wie „So what“ von Miles Davis oder „Cantaloupe Island“ von Herbie Hancock.

² 2-5-1: Wohl die häufigste Akkordverbindung im Jazz. Zu finden in Stücken wie „Tea for Two“ von Vincent Youman, „Satin Doll“ von Duke Ellington und etwa siebentausend anderen.

5 Kommentare für „Jazz in Kusfors“

René Cortis schreibt:

Habe dich ja noch nicht bei einem Konzert erlebt, aber zumindest auf unserem ollen Haus- und Hofklavier. Das fand ich schon beeindruckend. Wenn Langbakken in ein paar Jahren weitestgehend renoviert ist, könnte ich mir auch kleine Konzerte dort vorstellen, mit lokalen Folk-Musikern oder schwedischen Jazzgrüppchen. Auf dem Heuboden oder im Freien und die Gäste sitzen auf Decken und Schaffellen… träum! Einladung folgt :-)!!!

Olaf Schneider schreibt:

Ich hoffe, ich darf auch ohne ausdrückliche Einladung mal wieder bei Euch vorbeischauen ;-)

christina schreibt:

Klingt gut! Schade, dass ich ein paar Tage zu spät dran bin :-(

Olaf Schneider schreibt:

Ja, das war schade. Aber schön, dass Du übermorgen kommst. Und „Jag vet en dejlig rosa“ können wir auch bei mir als Duo machen. (Achtung, 5/4-Takt.)

René Cortis schreibt:

Klar, auf Haukenes ist eigentlich immer jemand zu Hause, der dich willkommen heißt. Wir bauen gerade am Gästezimmer Nr. 2 – du hast dann also bald die Qual der Wahl :-)