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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Zu Wasser und zu Lande

Während München heute mit Temperaturen von über 30 °C einen neuen Temperaturrekord für April aufgestellt hat, bin ich heute zwischen Eisschollen Kajak gefahren. Das heißt nicht, dass es hier wirklich kalt war, wir hatten heute mittag auch immerhin etwa 15 °C, aber der Wind hat – woher auch immer – wieder Eis in die Bucht geblasen.

Ich war ziemlich früh wach – Sonnenaufgang war ja schon um zehn nach vier – und war neugierig, ob man mit dem Kajak durch die Eisschollen zum offenen Wasser paddeln kann. Es ging, hat aber einige Zeit beansprucht. Da auch die geschützt liegenden kleinen freien Flächen zwischen den dicken Schollen einige Millimeter dick zugefroren waren, knirschte das Boot mit jedem Paddelschlag. Das neue Eis war immerhin dick genug, um das Paddel darauf abzulegen, aber leicht mit dem Kajak zu brechen. An manchen Stellen war es schwieriger, zwischen dem Eis durchzukommen. Manchmal half einfach Anlauf, um das Boot zwischen zwei Schollen zu bugsieren, manchmal habe ich mit den Händen kleinere Schollen weggedrückt oder mich am Eis entlang gehangelt. Nach einiger Zeit war ich dann tatsächlich auf dem offenen Wasser, aber schon so ausgepowert (Hallo Kondition, wo bist Du?), dass ich nur eine kleine Runde gedreht habe. Der Rückweg war einfacher, denn meine kleine Fahrtrinne war noch frei.

Ich hatte ohnehin meinen wasserdichten Anzug an, also habe ich der Neugier, ob man auch zu Fuß laufen kann nachgegeben. Ich musste ein paar Meter durch knietiefes Wasser waten, dann konnte ich auf das Eis steigen. Die großen Stücke halten einen locker und wackeln keinen Millimeter, wenn man auf ihnen läuft. Die kleinen Schollen hingegen sinken unter die Wasseroberfläche und es ist schwer, das Gleichgewicht zu halten. Schnell war allerdings der kurze Weg über das Eis zu Ende und ich bin zurückgelaufen. Die eine Eiszunge, die mich auf dem Hinweg getragen hat, ist allerdings auf dem Rückweg abgebrochen und ich stand im Wasser, welches dort allerdings nur hüfttief ist.

Nach einem warmen, sonnigen Tag hat sich der Himmel jetzt am Nachmittag zugezogen und es pladdert. Ich finde das allerdings schön, denn erstens muss ich heute nicht mehr raus und zweitens kann man wirklich zusehen, wie der Pladderregen den Schnee wegfrisst. Fast die Hälfte des Gartens hinterm Haus ist schon schneefrei und da lag vorgestern noch einiges.

6 Kommentare für „Zu Wasser und zu Lande“

Maria schreibt:

Das ist ja ein sehr schickes Ensemble – Boot & Anzug ;-)
Aber im Ernst: was passiert, wenn Du in so einem Anzug ins Wasser fällst? Ist der nicht sehr schwer oder gibt es so eine Art Auftrieb wie bei einem Neoprenanzug? Es sieht so ein wenig nach Tiefseetauchen aus…

Olaf Schneider schreibt:

Der Anzug ist aus Neopren und zusätzlich ist einiges an Luft in dem Anzug. Man kommt sehr leicht aus dem Wasser wieder aufs Eis (selbst getestet). Schwer ist er also nicht, nur recht steif, dick und unförmig. Das macht das Paddeln leider recht anstrengend.

Christina schreibt:

Ich bin heute auch Kajak gefahren, am Pilsensee, im T-Shirt und ohne Spritzdecke – heißa!

Olaf Schneider schreibt:

Das klingt nach einem guten Sonntag!

Tom schreibt:

Ich bin an diesem Tag barfuß (also auch ohne Schuhe) wandern gegangen; dort, wo es schön schattig war. Das war sehr schön und genussreich.

Tom

Olaf Schneider schreibt:

Du weißt jetzt noch, was Du am 28. April 2012 gemacht hast, Tom? Respekt!

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