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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Maiblume

Als ich am Ostersamstag nach Hause kam, sah ich Kinderfußspuren im Schnee auf meinem Grundstück. Hätten mich die Kinder zu Hause angetroffen, hätte ich sie wieder wegschicken müssen, denn ich wusste nicht, dass sich die Kinder Schwedens zu Ostern als „Påskäring“ – als Osterweiber verkleiden und am Gründonnerstag oder eben am Samstag mit rot bemalten Wangen, Röcken und Halstüchern ausstaffiert von Haus zu Haus gehen und Osterbriefe hinterlassen. Und dafür gerne mit „Godis“ – mit Süßigkeiten entlohnt werden. Und Süßigkeiten halten sich nie lange bei mir.


Heute hatte ich es leichter, als Kinder bei mir klopften und fragten, ob ich eine Maiblume kaufen möchte, denn davon hatte ich vorher schon gelesen. Und so habe ich den beiden Mädchen gerne eine Anstecknadel in Form einer Blume abgekauft. (Das war einfach, denn Geld hält sich bei mir länger als Süßes.)

Seit über 100 Jahren ziehen Kinder in den Tagen vor dem ersten Mai von Haus zu Haus und verkaufen Maiblumen, um Geld für bedürftige Kinder zu sammeln. Zum Anfang stand man der Tradition skeptisch gegenüber, da man Wohlfahrt als Aufgabe des Staates sah, doch inzwischen ist es Tradition, eine Maiblume zu kaufen und manche Familie sammelt die Anstecknadeln, die jedes Jahr ein neues Motiv zeigen, seit Jahrzehnten.

Das stand auf dem kleinen Zettel, der der Anstecknadel beilag:

”Majblomman är alla barns blomma och pengarna går till att ge extra stöd till barnen på din egen ort. Insamlingen görs av barn som säljer majblommor. Barn hjälper barn! Så har det varit sedan 1907.”

„Die Maiblume ist die Blume aller Kinder und das Geld geht als zusätzliche Unterstützung an Kinder aus deinem Ort. Die Sammlung wird von Kindern, die Maiblumen verkaufen gemacht. Kinder helfen Kindern! So ist es seit 1907.“

(Danke an Christina für die Übersetzungskorrekturen)

Wer mehr lesen möchte, bitteschön:

5 Kommentare für „Maiblume“

Pia schreibt:

Was für eine nette Idee mit der Maiblume!!
Die beiden Traditionen kannte ich auch noch nicht. Dein Blog ist also nicht nur mega-ästhetisch, sondern bildet auch! ;-))

Pia schreibt:

Durch Deinen Blog bilde ich mich gerne weiter… ;-)

Übrigens finde ich die Bilder vom 3.4. wieder trauuumhaft schön!
So kristalllklar mit einer wahnsinnigen Tiefe und Ruhe!
Toll!

Bin mal gespannt, wie lange ich meine Renovierungs-Story durchhalte. Das war in der Realität nahezu neverending.. ;-))

Olaf Schneider schreibt:

Die Stimmung am 3. April war auch wirklich traumhaft. (Und just jetzt beginnt hier das nächste Schneegestöber)

Ulrike schreibt:

Schöne Tradition mit der Maiblume; davon hatte ich auch noch nie gehört.
Bei uns gibt es Heilige Drei Könige am 6. Januar, da ziehen Kinder verkleidet als die Hlg. Drei Könige von Haus zu Haus, singen und sammeln für Kinderprojekte in anderen Erdteilen. Besonders gefällt mir, dass dies in dem Ort, in dem ich lebe, von katholischen und evangelischen Kindern zusammen gemacht wird, obwohl es ja eigentlich ein katholischer Feiertag bzw. Brauch ist.

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