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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Schlitterpartie

Seit längerer Zeit benötige ich zu Fuß doppelt so viel Zeit zur Bushaltestelle wie gewöhnlich. Es ist einfach nur sauglatt. In Deutschland wären vermutlich die Schulen seit Wochen wegen Glatteis geschlossen oder große Kipplader würden tonnenweise Salz abladen.

Hier wartet die Kommune einfach mal ab – sind ja nur Nebenstraßen. Irgendwo da draußen in Skelleftehamn.

Die Sámi haben über 100 Worte für Schnee; ich hingegen beginne einen großen Wortschatz für vereiste Straßenbeläge zu entwickeln. Da gibt es zum Beispiel:

ochjag Milchiges Eis mit glatter Oberfläche recht glatt, oft große Flächen
såfanns Eis mit losem Rollsplit obenauf recht gut begehbar
attnär Eis mit halb festgefrorenem Rollsplit sehr rutschfest, aber selten
vaddu Eis mit eingeschmolzenem Rollsplit häufig anzutreffen, glatt
salotta Buckeliges glattes Eis schwer begehbar
domser Eisschicht mit tiefen Löchern trocken, wassergefüllt oder vibara
vibara Dünnes Eis mit tiefer Wasserpfütze darunter nur mit Gummistiefeln
dåsa Tiefe Reifenspuren im gefrorenen Schneematsch Stoßdämpferkiller
föratt Nasses, blankes Eis sehr glatt!
honfår Nasses, glattes Eis am Hang fast unpassierbar

Zugegeben, die Namen sind alle erfunden*, aber alle Straßenbeläge bis auf honfår habe ich gestern und heute selber erlebt.

Vor allem das tiefe dåsa in unserer Straße ließ mich noch heute morgen wünschen, einen Jeep oder Monstertruck gekauft zu haben, aber – oh Überrraschung – heute Abend war unsere Straße freigefräst. Also hat die Kommune doch beschlossen, die Wege wieder begehbar zu machen, eh Mitte Mai ist. Allerdings habe ich gerade vom Nachbarn gehört, dass er und ein anderer Nachbar die Kommune angerufen haben, damit die Wege freigeräumt werden.


* Ich habe ein Buch genommen, eine Seite aufgeschlagen und das zweite und dritte Wort zusammengeklebt. Wenn es zu lang war, habe ich eine neue Seite aufgeschlagen. Die von Euch, die Schwedisch können, bekommen jetzt ein schwieriges Rätsel zu lösen: Welches schwedische Buch habe ich verwendet?

6 Kommentare für „Schlitterpartie“

René Cortis schreibt:

Tja, dann beginne ich mal zu raten…

sa Lotta (sagte Lotta)… handelt es sich vielleicht um „Lotta på Bråkmakergatan“ oder ein anderes Buch mit Lotta als Hauptperson ?

Wenn du mit deiner Liste fertig bist, kann ich sie ja ins Norwegische übersetzen, denn hier an der Westküste haben wir mindestens genauso viele Arten Schnee.

Olaf Schneider schreibt:

Genau, René. „Barnen på Brakmakargatan“ war das Buch, das erste Buch aus der Reihe der Lottabücher. Mit Deinen schwedischen Sprach- und Kulturkenntnissen kannst Du jetzt von Norwegen (immer nur kalt und dunkel) nach Schweden ziehen und hier ein Detektivbüro aufmachen.

René Cortis schreibt:

Juhu, gewonnen!

Heute kam der Grundbucheintrag für unseren kleinen Hof und somit der Startschuss zur Schafzucht. Sollte ich dadurch nicht ausgelastet sein, wäre das mit dem Detektivbüro eine Möglichkeit.

Olaf Schneider schreibt:

Jeg gratulerer!

Annika schreibt:

Ich hätte auch Lindgren geraten, aber welches, das hätte ich nie gewusst. Lustig :-))) Soll ich jetzt lieber schwedisch lernen? Aber wenn es in Schweden immer nur hell und warm ist, will ich da nicht hin…. ;-)

Olaf Schneider schreibt:

Ach schwegisch, norwedisch – alles ganz ähnlich. Und manchmal benutze ich immer noch norwegische Worte oder Floskeln, da dies die erste skandinavische Sprache war, die ich gelernt habe.

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