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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Fettisdagen

Heute ist Fettisdagen – auf deutsch Faschingsdienstag. Aber während in Deutschland die Fröhlichkeit ausgebrochen ist, kümmern Karneval und Fasching hier keinen.

Aber einen kleinen Brauch gibt es und der ist heute das Tagesgespräch: Heute steht nämlich ein Backwerk im Mittelpunkt des schwedischen Lebens, die „semla“. Das war früher Mal eine heiße Wecke mit Milch, aber weil die Schweden erstens gerne süße Sahne und zweitens viel davon mögen, ist es heute eher ein weiches Weizenmehlgebäck, das mit sehr viel süßer Sahne gefüllt ist – quasi eine Art Schweden-Windbeutel.

Und so haben wir heute um halb drei in großer Runde Fika gehalten (die traditionelle schwedische Kaffeepause) und Semlor gegessen.

Für mich ist das etwas, was ich mehr aus Tradition als aus Begeisterung mitesse, denn wie auch bei so manch anderen schwedischen Gebäck ist die Semla einfach nur süß, süß, süß. Unter dem Zuckergeschmack ahnt die Zunge diverse künstliche Aromen, während die Zähne versuchen, in dem pappig-weichen Weizenmehlteig Griff zu finden. Ihr merkt schon, in den Punkten Brot und Backwerk bin ich ein schwedischer Kulturverweigerer (auch wenn ich das weiche Zeugs esse) und ein typischer Vertreter des „Nur Deutsche können Brot“-Chauvinisten. Und da stehe ich zu!

Eigentlich esse ich seit vier Wochen keine Süßigkeiten, keine Chips, keinen Kuchen mehr. Zwei Ausnahmen von der Regel: Die zweite war die Semla heute, die erste war hausgemachte Tiramisu letzte Woche auf Solberget. Auch gute Vorsätze haben ihre Grenzen. Jetzt geht’s aber wieder ohne weiter.