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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Wo ist das Eis?

Heute ist Samstag und es war klares Wetter. Also wollte ich, bevor ich zum Eisbadeworkshop nach Ursviken fahre, ein paar Fotos vom Eis auf der Meeresbucht „Kallholmsfjärden“ machen, welches ich am Dienstag Abend fotografiert habe. Und auch testen, ob mich das Eis jetzt besser trägt. Aber – wo ist das Eis geblieben? Die ganze Bucht war wieder offen! Und ich habe hier noch nie so niedrigen Wasserstand gesehen und war ganz erstaunt, wo die Bucht überall Untiefen hat. Wie ich später von Jarkko hörte, war das Wasser über Nacht um einen Meter gesunken. Auf dem zweiten Foto sieht man sehr gut an dem Eis, welches oben auf dem großen Felsen festgefroren ist, wie hoch hier das Wasser vorher stand.

Ich hätte den ganzen Tag mit Fotografieren verbringen können. Aber heute haben wir den zweiten Winterbadekurs ausgerichtet, dieses Mal nicht in Kusfors, sondern im Åkerviken in Ursviken, nur ein paar Autominuten entfernt. Und da wollte ich Jarkko noch helfen, bevor es los ging.


Wir hatten es nicht leicht, zum Wasser zu kommen, weil das Ufer aus stark abschüssigen Eis bestand. Da ich die Kamera in der Hand hatte, bin ich einfach auf dem Hosenboden herunter gerutscht. Das Eis am Rand war ein bisschen tückisch, da es aus verschiedenen Schichten bestand. Jarkko und Lasse haben mit dem Eisbohrer Löcher gebohrt und dann mit langen Sägen das Eis zersägt. Beide landeten dabei bis zur Wade im Wasser, weil die oberste Schicht an manchen Stellen nicht so dick war. Den Kameramann, der eine Doku drehen wollte, hatte es schlechter erwischt. Bis über die Knie brach er ein. Die Kamera blieb zwar trocken, aber er verschwand erst einmal, um sich umzuziehen. So gibt es leider keine Filmaufnahme davon, wie ich mit dem knatsch-roten Trockenanzug im Eisloch auf der zweiten, dreißig Zentimeter dicken Eisschicht stand, die einen halben Meter unter Wasser lag. Denn von oben hätten wir große Schwierigkeiten gehabt, das Eis zu lösen. Schließlich war der Rand dermaßen durchbohrt und kaputtgesägt, dass ich die Unterwasserscholle lostreten und unter das andere Eis schieben konnte. Nun stand ich bis fast zum Kinn im Wasser, denn das Ufer am Kanuklub fällt ziemlich steil ab.

Das war es dann auch mit dem Baden für mich, denn während viele andere ins Eisloch gegangen sind, habe ich Videos gemacht. Und dabei festgestellt, dass Video nicht mein Ding ist. Das nächste Mal fotografiere ich wieder. Einen Videoscreenshot habe ich verwendet, damit man mir glaubt, dass die Leute wirklich ins Wasser gehen.

Heute ging die Sonne um viertel nach Zwei unter und beleuchtete die vom Wind geformten Strukturen auf der eisbedeckten Bucht. Da werde ich am Dienstag wieder sein, denn dort kommt um zehn das Fernsehen. (Oh, da muss ich noch einen halben Tag Urlaub für nehmen oder vorarbeiten.)

Ein Kommentar für „Wo ist das Eis?“

Annika schreibt:

Geht doch :-) Danke für die schönen Ostseebilder!

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