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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Der erste Advent

Gestern kam Berit, der Sturm zu uns. Aber außer, dass es ordentlich am Haus gerappelt und im Schornstein geheult hat, habe ich nicht viel mitbekommen. Ich bin kurz zur Bucht gelaufen und habe den Rest des Tages sehr gemütlich im Haus zugebracht. Heute hat sich der Sturm gelegt und die Temperaturen sind wieder leicht unter Null gefallen.


Annica und Martin haben mich heute eingeladen, mit nach Byske zu fahren, um dort den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Der Weihnachtsmarkt war … übersichtlich. Vor dem „Lars-Nischagården“ waren ein paar Stände, wo Handarbeiten verkauft wurden. Und innen konnte man entweder fika machen, also Kaffee und Kuchen zu sich nehmen oder aber Blöta essen.

Blöta kannte ich noch nicht. Es handelt sich hierbei um in Fleischbrühe eingeweichtes Dünnbrot, welches mit Schinken, Apfelmus und Butter – auch mit Senf – serviert wird. Früher war es ein Arme-Leute-Essen und wurde unter anderem von den Waldarbeitern gegessen. Heute ist es eine nordschwedische Weihnachtsspezialität.

Wenn man glaubt, die schwedische und deutsche Kultur seien identisch, dann muss man sich nur mal die Weihnachtsbräuche anschauen. Während ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, was an dem Blöta genannten Pampf (Entschuldigt, Ihr Schweden) so toll oder gar weihnachtlich sein kann, war Martin fassungslos, dass die Deutschen keinen Weihnachtsschinken kennen.

Besser gefallen hat mir das weihnachtliche Fikabröd, so nennt man alles Süße an Keks und Kuchen, was man zum Kaffee essen kann.

Als ich wieder zu Hause war, habe ich mich kurz schlafen gelegt. Ich war unfassbar müde. Ich habe – wie letzten Winter auch – Schwierigkeiten mit meinem Tagesrhythmus, wenn es schon so früh dunkel ist. Als ich aufwachte, war die Temperatur auf null Grad gestiegen. Das heißt meistens, das Wolken aufziehen. Und diese Wolken haben Skelleftehamn tatsächlich den ersten Schnee gebracht. Und diese zwei, drei Millimeter, die gefallen sind, reichen schon aus, um alles ein bisschen heller aussehen zu lassen.

Zum Vergleich, so sah das hier vor einem Jahr aus: Ich wollte Winter Teil 2. Letztes Jahr war der Winter extrem früh dran, dieses Jahr extrem spät. Wetterextreme in Nordschweden.

12 Kommentare für „Der erste Advent“

delle schreibt:

Letztes jahr früh dieses spät ————- also alles im Lot.
Hier sind es noch immer 9° und sturm ohne ende.
Also ist noch lange kein schnee in sicht . Was auch gut ist, denn der Deutsche Autofahrer braucht ja immer ca. 3 wochen um sich daran zugewöhnen, das es doch auf den saubergestreuten Strassen vieleicht irgend wo glatt sein könnte also erstmal nur etwas weniger als Scheckentempo fahren oder so rasen das man ins schleudern kommt. Freue mich schon auf das Caos und das man wieder für 20km 1.5std braucht

Sylvia Bolm schreibt:

Der Weihnachtsmarkt ist ja wirklich bemerkenswert klein . Mein lieber Schwan!

delle schreibt:

Olaf es Schneidet immer noch bei DIR !!!!!!!!!!!!!!

Olaf Schneider schreibt:

@delle: Nein, hat schon längst aufgehört. (Oder war auf der Webcam in der Stadt was zu sehen?)

Olaf Schneider schreibt:

@Sylvia: Byske hat etwa 1700 Einwohner. ich vermute auch, dass dieser kleine Markt nur heute war.

Herbst « Brevlåda schreibt:

[…] wenigstens nach Mittel- und Nordschweden scheint sich der Winter ja langsam mal zu trauen, in Skellefteå liegen schon ganze 2 mm! Wir sind echt […]

delle schreibt:

Ja auf der webcam war noch was zusehen aber immerhin bleibt er einigermaßen liegen. Heute nacht ist bei uns wenigsten nachtfrost angesagt.
bis bald
delle

Pia schreibt:

Hej Olaf,
durch Zufall bin ich gerade über Deinen schönen Blog gestolpert.
Wenn ich mir Deinen Wohnort anschaue, praktiziere ich wohl eher „Schweden für Weicheier“… ;-)
Als Stockholm-Fan verbringe ich dort seit vielen, vielen Jahren immer wieder schöne Zeiten. Zuletzt war es mein Fluchtort vor dem warmen deutschen Sommer.
Falls Du an den stockdunklen Tagen Lust hast, darüber zu lesen:
Mein Sommer in Stockholm (1-15)
Ha en bra kväll!
Manga hälsningar till norra Sverige fran en
Ex-Ruhrgebiets-tjej.. ;-)

Olaf Schneider schreibt:

Hej Pia,

was heißt hier „Schweden für Weicheier“? Läuft hier irgendein Wer-Ist-Krasser-Drauf-Wettbewerb, von dem ich nichts weiß ;-) ?

Ich kann Dich schon verstehen, dass Du vor der dunklen Zeit zurückscheust. So sehr ich den Winter liebe und der letzte Winter hier war sechs Monate, so toll war der Sommer, in dem ich vor allem Farbe und Licht getankt habe. Jetzt warte ich auf Schnee, der auch liegenbleibt, weil dann alles um einiges heller ist, wenn die Sonne um zehn vor zwei untergegangen ist.

Wo lebst Du denn jetzt jetzt?

/Olaf

Annika schreibt:

Schinken, Apfelmus, Butter und Senf. Puh.

Olaf Schneider schreibt:

Wohlgemerkt: Apfelmus oder Senf.

Annika schreibt:

Ach so…. :-D

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