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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Tristesse

Es regnet aus grauem Himmel, kein Lüftchen weht und man sieht große Pfützen, wenn man an dem Becher mit den vertrockneten Löwenzahnblüten vorbei auf die Straße schaut. Vor einigen Stunden sind meine Eltern in das Flugzeug nach Stockholm gestiegen und haben damit nach zehn wunderschön entspannten Tagen ihre Rückreise nach Bremen angetreten. Und ich bin alleine durch den Regen wieder zurück nach Skelleftehamn in mein nun stilles Haus gefahren.

Kaum zu glauben, dass wir heute morgen noch bei blauem Himmel im von der Sonne auf 25 Grad aufgeheizten Wintergarten gefrühstückt haben. Dass wir gestern noch einen herrlichen Spaziergang am Ursviksfjärden gemacht und lange auf einer Holzbank sitzend auf den breiten Fluss geschaut haben. Dass wir gestern am kleinen „Hausstrand“ waren und ich das erste Mal in der Ostsee gebadet habe – einige Sekunden oder so – und dann draußen beim Italiener versucht haben, die großen Pizzen zu bewältigen, während am klaren Himmel Wolken in die Höhe trieben. Es scheint schon so lange her.

Kaum zu glauben, dass wir erst vorgestern noch sieben, acht Meilen ins Inland nach Båtfors gefahren sind, wo ich von Freunden eingeladen war und meine Eltern gleich mit. Dass wir uns in einer lustigen Mixtur aus deutsch, englisch und schwedisch verständigt haben, während wir Unmengen von leckerstem Essen vertilgt haben. Dass wir erst kurz vor Mitternacht zu Hause in der Abenddämmerung – oder Morgendämmerung? – angekommen sind. Es scheint schon so lange her.

Kaum zu glauben, dass wir vor drei Tagen noch am Strand von Byske entlang spaziert sind und uns den frischen Wind um die Nase haben wehen lassen. Jetzt ist das Haus wieder groß und wartet auf neue Gäste. Und ich fahre morgen wieder zur Arbeit und schaue, ob ich noch programmieren kann.

Liebe Eltern, es war eine phantastische Zeit mit Euch und ich habe die entspannte, ruhige Atmosphäre genossen. „In der Eile sind Fehler“ sagt man in der Mongolei. Demnach hätten wir in den letzten anderthalb Wochen also alles richtig gemacht. Und so fühlt es sich auch an. Nach einer idealen Kombination aus Spaziergängen und Gesprächen, aus Ausflügen und Ausschlafen, aus Kött- und Kanelbullarn. Und einem kleinen Gläschen Rotwein am Abend.

Ich hoffe, dass Ihr gut nach Hause kommt. Denn Ihr müsst ja gut nach Hause kommen, damit Ihr wiederkommen könnt. Und darauf freue ich mich jetzt schon. Vielen Dank für die schöne, gemeinsame Zeit.

P.S.: Liebe Leser.

Ihr wollt wissen, wie viel wir gefahren sind? 53 Meilen, also fast nichts (530 Kilometer für die, die größere Zahlen lieber mögen).

Ihr wollt wissen, warum ich vertrockneten Löwenzahn in meiner Blümchentasse habe? Den habe ich geschenkt bekommen und mag ihn noch nicht wegwerfen. Er wird noch einige Tage auf meiner Fensterbank stehen bleiben dürfen.

Nachtrag: Das Foto von mir, auf dem im Ostseewasser planschend abgebildet bin, hat meine Mutter gemacht.

5 Kommentare für „Tristesse“

Sylvia Bolm schreibt:

Immer wenn liebe Gäste wieder abreisen, entsteht eine Leere und Stille in den Räumen, die einen etwas traurig macht. Das spricht auch aus Deinem Artikel. Es dauert ein wenig, bis das wieder weg geht. Auch der Artikel Deiner Eltern hat mir sehr gut gefallen.

Ulrike schreibt:

Schön zu lesen, dass du eine schöne, entspannte Zeit mit deinen Eltern hattest. :-)

Snowdog schreibt:

ich kann Sylvia nur beipflichten, es bleibt erst einmal eie leere. Aber ich hoffe dass deine eltern noch sehr oft kommen können.

sabine schreibt:

mensch, ich hab hier soviel verpasst!!! viele wunderbare berichte und fotos und sogar ein gastbeitrag! das ist alles sehr, sehr schön! lieben gruß in den norden!

Olaf Schneider schreibt:

@sabine Liebe Grüße zurück und vielen Dank für die vielen Kommentare.

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