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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Vårvinter

Dieses Wochenende war ich nach sechs Wochen mal wieder in der nahen Umgebung unterwegs.

Gestern am Samstag habe ich meinen Rucksack gepackt, meine Skier untergeschnallt und bin quer durch den Wald zur Ostsee gelaufen. Erst war ich auf Norrskär. Von dieser hügeligen Insel konnte man am Horizont einen breiten dunkelblauen Steifen ausmachen. Blankes Eis oder offenes Wasser? Ich beschloss, in die Richtung zu laufen um näher zu schauen, musste aber bald feststellen, dass diese Stelle viele Kilometer entfernt lag. Statt weiter auf die See hinaus zu laufen, bin ich dann nach links abgebogen und habe erstmalig die Insel Medgrundet angesteuert. Mit einem Abstand von 2400 Metern liegt diese Insel in der Hålfjärden genannten Bucht am weitesten vom Festland entfernt. Nach einer längeren Pause habe ich dann den Rückweg angetreten und war um kurz vor drei wieder zu Hause.

Was war nun anders als die Skitour vor sechs Wochen?

  • Die Sonne hat viel mehr Kraft. Sie wärmt und ich bin teilweise ohne Jacke gelaufen.
  • Es ist viel länger hell. Man muss nicht sofort nach dem Frühstück losbürsten und als ich zu Hause war, war es immer noch ein paar Stunden hell.
  • Sonnenbrille und -creme gehören jetzt in den Rucksack. Die dicke Daunenjacke kann zu Hause bleiben.
  • An manchen Stellen ist der Schnee weggeweht und das blanke Meereis zu sehen.
  • Pausen machen mehr Spaß, weil es einfach wärmer ist.

Ja, ich mag auch den knackigkalten Winter im Januar und Februar, aber der Vårvinter, auf deutsch Frühlingswinter ist auch toll. Und ich kann mir kaum noch vorstellen, dass ich vor drei Wochen noch mit meinem Canada-Goose-Parka herumgelaufen bin.

Heute war ich kurz in der Stadt und habe mit Elisabet einen Abendspaziergang auf den Huvudberget gemacht, der jetzt nicht dramatisch hoch ist, aber eine schöne Aussicht über die Stadt bietet. Nun bin ich wieder zu Hause und es hat sich leider ein bisschen zugezogen. So wird es also auch diese Nacht mit nicht mit Polarlichtbeobachtung. Macht aber nichts, denn so kann ich mein Kinderbuch „Agaton Sax och den ljudlösa sprängämnesligen“ weiterlesen.

8 Kommentare für „Vårvinter“

Elisabet schreibt:

„der jetzt nicht dramatisch hoch ist“ = understatement :)

Olaf Schneider schreibt:

Laut topographischer Karte ist er zwischen 80 und 85 Meter hoch. Viele Münchner würden sich fragen, ob man so etwas überhaupt Berg nennen darf.

Allerdings ist er an der Nordflanke recht schroff und damit um einiges spannender als so mancher Berg in den Voralpen, der zehnmal so hoch ist.

Rüdi N. schreibt:

Hallo Olaf,

zu den Voralpen zählen wir z. B. auch die Tegernseer Berge. Dort haben wir u. a. Roßstein und Buchstein, die nicht zehnmal sondern zwanzigmal höher sind. Mit Routen im 5. Schwierigkeitsgrad, wenn man mag. Nur ein Beispiel von vielen. Aber das ist ja nicht so wichtig. ;)

Mir gefallen besonders Bild 2 und Bild 4. In Bild 4 sehe ich einen (Berg-) Wald, gut zu sehen in der Bildmitte.
Und Bild 5 erinnert mich irgendwie an einen Ort in Finnland, oder meine ehemalige Heimat in Oberhessen. Was für ein Vergleich, man kann doch schlecht eine Semmel mit einer Sachertorte vergleichen ;)

Olaf Schneider schreibt:

@Rüdi Roß- und Buchstein kenne ich auch, deswegen habe ich ja auch geschrieben „so mancher Berg“. Aber das ist ja nicht so wichtig ;-)

Die Risse im Eis (Bild 4) waren im Original extrem spannend. Ich bin mehrere Minuten mit der Kamera auf Knien herumgerutscht und jeder Zentimeter Positionsänderung hat das Motiv wieder völlig anders aussehen lassen. Das nächste Mal mache ich vielleicht einen kleinen Film.

Was ist denn der Ort in Finnland? Semmel oder Sachertorte?

Rüdi N. schreibt:

Ganz klar: Hessen ist ne Semmel und Finnland ist die Sachertorte! ;)

Ja, gelegentlich ein kleines Filmchen würde ich auch begrüßen.

Olaf Schneider schreibt:

@Rüdi: Du darfst gerne vorbeikommen, Filme drehen und einen Gastbeitrag schreiben ;-)
Im Ernst – mit Filmen habe ich es nicht so sehr. Dennoch versuche ich, die nächsten Tage mal einen Film vom Joikworkshop in Jokkmokk online zu stellen.

Annika schreibt:

Das Sonnenbrillenbild ist sehr schön.

Olaf Schneider schreibt:

Danke, Annika.

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