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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Achtkommaneun

Heute morgen gab es in Japan das stärkste Erdbeben seit mindestens 140 Jahren. Über sieben Millionen Haushalte sind ohne Strom und die Anzahl der vermuteten Todesopfer wird ständig nach oben korrigiert. Das Beben löste mehrere Tsunamis aus und ein starkes Nachbeben scheint fast sicher.

Heute früh beim Fußweg zum Bus waren meine Gedanken noch bei 15 Zentimeter Neuschnee. Seit dem Lesen der Nachrichten sind sie bei den Einwohnern Japans.

Schweden ist groß; die Erde ist klein.

7 Kommentare für „Achtkommaneun“

Andreas Mirgel schreibt:

9,0 heißt es, soll das Erdbeben letztendlich gehabt haben. Die Sicherheitsstandards waren wohl, nach einer „eingehenden“ Prüfung der Erdbeben der letzten hundert Jahre, auf 8,4 (?) festgelegt. Dumm nur, dass sich die Natur nicht daran gehalten hat.

Was mich ein wenig wütend macht ist, dass nun Leute auf den Plan treten, die sagen, bei uns gäbe es keine (so schweren) Erdbeben. Zum einen gibt es bei uns Erdbeben, zum anderen reicht es auch, wenn ein Erdbeben wie vor 2 Jahren in Italien dortige Kraftwerke beschädigt.

Außerdem ist ja die Gefahr von Erdbeben nicht das einzige Szenario. Vor 2-3 Monaten hatten wir einen Virus in geschlossenen, industriellen Großanlagen bis hin zu iranischen Atomanlagen, die per USB-Stick infiziert wurden. Man wusste nicht, was es damit auf sich hatte, vermutet aber, dass es sich um einen Test der Virusschreiber über die Möglichkeiten handelt. In unserer hoch computerisierten Welt sollte es ein leichtes sein auch unsere Infrastruktur, z.B. Strom- und Wasserversorgung, lahm zu legen oder mit dem Szenario im Rücken Regierungen und ganze Länder zu erpressen. Was eine fehlende Infrastruktur mit solchen Meilern macht, sehen wir gerade.

Wer glaubt, dass deutsche/ westliche Kernkraftwerke die sichersten der Welt seinen, dem sei die Dokumentation „Nuclear NTR- Nothing to report“ auf youtube empfohlen:
Teil 1 von 7
http://www.youtube.com/watch?v=_YLeHNT67uI
Da bekommt man einen Eindruck, wie sicher westliche Kraftwerke sind, die privatwirtschatlich geführt sind, sprich kostenoptimiert werden…

Es wird immer von der Brückentechnologie gesprochen. Meine Vermutung ist, dass die großen Stromoligopole Angst vor eine Dezentralisierung des Marktes (durch die bestehenden, erneuerbaren Energiekonzepte), wie es auf dem Telekommunikationsmarkt passiert ist, haben. Sie brauchen die Atommeiler um noch so viel wie möglich Geld zu machen und Zeit zu gewinnen, um zentralistische Großkonzepte wie Desertec zu realisieren und die Abhängigkeit von den großen Stromkonzernen zu sichern.

Grüße
Andreas

Andreas Mirgel schreibt:

Auch der Ruf, dass unser Abschalten die Gefahr aus Tschechien nicht mindert ist sicherlich richtig, aber wir verdienen gutes Geld mit dem Export von erneuerbarer Energietechnik, Österreich kommt auch ohne Atomenergie aus und schließlich verfolgen wir Mord auch noch weiter, obwohl wir wissen, dass wir nie alle Mörder hinter Gitter sehen werden…

Olaf Schneider schreibt:

Danke Andreas, für Deinen ausführlichen Kommentar.

Als ich die obrige Notiz geschrieben habe, war das vorherrschende Thema noch das starke Erdbeben und der Tsunami in Japan.

Nun sind durch diese große Naturkatastrophe mehrere Atomreaktoren in Japan stark beschädigt worden.

Im Gegensatz zu Erdbeben und Tsunami – Katastrophen, die die Natur ausgelöst hat – hat diese Katastrophe aber leider der Mensch zu verantworten. Ich möchte sie daher hier als Menschkatastophe bezeichnen.

Und diese Menschkatastophe hat die allgemeine und ständige Bedrohung der Welt durch Atomkraftwerke wieder einmal in den Fokus gerückt.

Auch wenn es mir widerstrebt, die Situation in Japan zu instrumentalisieren, so sehe ich doch eine gewisse Dringlichkeit. Denn unsere jahrzehntelange Erfahrung hat gezeigt, dass die Macht- und Geldelite – ob Politiker oder Stromkonzerne – in diesem Punkt gegen jeglichen gesunden Menschenverstand resistent ist¹. Und so muss man leider jede Gelegenheit nutzen, um immer wieder – immer wieder – immer wieder darauf hinzuarbeiten, Atomkraftwerke weltweit zu ächten und schleunigst abzuschaffen.

Der Rechtschreibkorrektur meines Browsers ist das Wort „Menschkatastrophe“ unbekannt. Ich wäre froh, wenn auch ich das Wort wieder aus meinem Wortschatz streichen dürfte.

_____
¹ … und das ist noch die optimistischste Interpretation ihrer Handlungen!

Andreas Mirgel schreibt:

Hallo Olaf,

manchmal muss ich zynisch lachen, wenn Leute sagen man muss die Wekt retten. Verzeih mir meine Wortwahl, aber ich sage „Was ein Dreck!“
Der Welt ist es scheiss egal was wir mit ihr machen, wir können ihn verseuchen oder in kleine Teile sprengen, das Leben ansich würde auf dem Planeten irgendwie weitergehen, es gäbe Mutationen, Spezies sterben (aus), andere vermehren sich. Es gibt Bakterien, die in größter Hitze und säurehaltigem Millieu leben und dies brauchen.
Aber das ganze wird dann ohne die Spezies „Mensch“ passieren, wir zerstören UNSERE Lebensgrundlage. Wenn man vermittelt bekäme, dass es darum geht UNSEREN Arsch zu retten, dann hat das ganze vielleicht eine Chance.
Gerade läuft in den Nachrichten, dass der St. Andreas Graben in St. Franzisco eine geladene Waffe ist. Die Menschen dort warten auf den Big Bang…

Viele Grüße
Andreas

Olaf Schneider schreibt:

In der Erdgeschichte hat es auch schon vor dem Aussterben der Dinosaurier einige große Schnitte gegeben, in denen komplette Ökosysteme vernichtet wurden.

Wenn also der Mensch den Planeten unbewohnbar macht, dann in erster Linie für sich selbst und seine näheren Verwandten, zum Beispiel die anderen Säugetiere. Er wäre gleichzeitig auch Wegbereiter für die Biosphäre, die nach uns kommt. Allerdings, ohne davon noch wirklich etwas zu haben. Er könnte es nicht einmal mehr bloggen …

Es gibt also mindestens zwei Gründe für die Menschheit, die jetzige Biosphäre nicht zu vernichten: (1) Das Verursacherprinzip, hier eher moralisch als juristisch zu sehen und (2) Der Wunsch, nicht nur sich selbst, sondern seiner Spezies den Arsch zu retten.

Das sind doch schon mal ganz schöne Gründe, oder?

Andreas Mirgel schreibt:

Guten Morgen,

Du hast völlig Recht. Ich fürchte nur so Aussprüche wie „Wir müssen die Welt retten.“ sind so abstrakt, dass sich keiner angesprochen fühlt. Das kann auch kein (einzelner) leisten und damit liegt es brach.
Wenn man aber sagt es geht darum, dass wir eine Lebensgrundlage behalten, dann wird es sicherlich greifbarer.
Wir sind ein so kleines Rädchen im großen ganzen der Natur. Es gab eine Welt vor uns und es wird eine nach uns geben, völlig losgelöst wie sie aussieht, aber es wird eine Welt ohne uns sein. ;-)

Ich werde mal ein, zwei Gedanken, die ich hier hinterlassen haben, „meinem“ Abgeordneten mitteilen, mal sehen, ob es was bringt. Denn dieses Virusszenario scheint mir realistisch(er) und in der Öffentlichkeit wird über Flugzeugabstürze diskutiert. Dabei fürchte ich, dass die Befürworter dieses Szenario hernehmen, um die Seriösität der Gegner anzukratzen.

Grüße
Andreas

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