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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Kusfors

Gestern bin ich mit Elisabet nach Kusfors gefahren, um Martiné und Lasse zu besuchen, die dort vor einigen Monaten hingezogen sind. Wir haben uns quasi eingeladen. Auf schwedisch heißt das „att våldgästa“ – quasi gewalt-zu-gast-sein. Ein schönes Wort!

Kusfors liegt 5 Meilen, also 50 Kilometer landeinwärts und hat etwa hundert Einwohner. Die Häuser liegen aber so weit verstreut, dass man kaum von einem Dorf sprechen kann und das Zentrum, wo man sich trifft, ist auch kein Marktplatz, sondern ICA Björks, der Lebensmittelladen mit Tankstelle unweit des alten Bahnhofs.

Und in diesem ICA gibt es nicht nur Lebensmittel, sondern auch Handschuhe, Werkzeug, Schwimmwesten, Kitschfiguren, Keilriemen, Hustensaft und einen Tisch, an dem man sich hinsetzen und gratis Kaffeetrinken kann. Denn fika, die schwedische Kaffeepause, hat einen hohen Stellenwert und ist hier neben dem Handy vermutlich das wichtigste Kommunikationsmittel.

Die uralten Zapfsäulen vor dem Laden tragen mit dazu bei, dass man den Eindruck hat, die Zeit würde hier stillstehen und die moderne Zugbrücke über den Fluss wirkt wie ein Fremdkörper; wie ein UFO, das mit Computer in die Szenerie hinein gerechnet wurde.

Im Sommer öffnet auch wieder das Café Ångloket, welches im früheren Bahnhof untergebracht ist und irgendetwas zwischen Café und Museum darstellt. Lasse hat einen Schlüssel geholt, um mir das Café zu zeigen, denn er möchte dort eine Reihe mit Jazzkonzerten starten. Die Akustik ist ein bisschen hart, aber das Ambiente ist schön. Jetzt fehlt nur noch ein Klavier …

Nach einem schönen Morgenspaziergang bei milden null Grad und einem ausgiebigen Frühstück sind Elisabet und ich wieder zurückgefahren und sie hat mich noch nach Hause gefahren. Dann bin ich erst mal ins Bett gefallen, denn die zwölf Stunden schwedisch reden gestern waren ganz schön anstrengend.

4 Kommentare für „Kusfors“

Sandra schreibt:

Ach ja, man weiß genau was du meinst. Ich liebe diese Läden…

Olaf Schneider schreibt:

@Sandra: Ich auch!

Annika schreibt:

Oh, hab ich das wirklich überlesen? Wahrscheinlich nehme ich ihn jetzt erst wahr–weil ich ja auch in dem ICA war :-))). Nur das Cafe kenne ich immer noch nicht. Schöne Erinnerung!

Olaf Schneider schreibt:

Im Sommer hat das Café bestimmt wieder offen.