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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Vårvinter

Vårvinter heißt auf deutsch Frühlingswinter. Und obwohl der Frühling noch weit weg ist, hatte der heutige Sonntag schon einen „frühlingswintrigen“ Charakter.

Die Wärme der letzten beiden Tage und der lebhafte Wind, der die letzte Nacht im Schornstein heulte, haben alle Bäume vom Schnee befreit. Da neben einigen kahlen Birken hier hauptsächlich Nadelbäume wachsen, wirkte der Wald lichter und grüner als sonst. Dort konnte ich bei Temperaturen um -5 °C auch ohne Mütze und Handschuhe laufen, bloß auf der Ostsee waren die Sachen doch sehr angenehm, da es doch immer ein bisschen windig ist.

Eigentlich wollte ich heute hinter den Inseln weiter auf das Meer hinauslaufen, aber zum einen war am Horizont ein breiter dunkelblauer Streifen zu sehen – offenes Wasser?, zum anderen war meine linke Wade vom Badmintonspiel am Mittwoch immer noch leicht beleidigt und wollte an einer längeren Tour nicht teilhaben. So bin ich nur ein bisschen um ein paar Inseln gelaufen und habe mich über das Licht und über hohen Eiswände vor den Inseln gefreut. Aber erst zu Hause ist mir beim Betrachten der Fotos bewusst geworden, wie hoch sich das Eis an manchen Stellen so aufgetürmt hat.

Einige Stunden später zu Hause: Was ist das? Ist da jemand im Schnee verschüttet? Muss jemand ausgebuddelt werden? Habe ich es beim Tiefsnow stapfing übertrieben?

Nein, ich kann beruhigen: Ich habe heute das Dach vom Wintergarten so weit es ging vom Schnee befreit. Ich habe mir vom Nachbarn eine Leiter geborgt und sie ringsherum angelehnt. Die ersten beiden Schritte haben nicht mich hoch befördert, sondern die Leiter in den tiefen Schnee gedrückt. Dann konnte ich hochklettern und mit dem Schneeschieber von der Leiter aus den meisten Schnee vom Dach wegräumen. Und das war doch eine Menge. Hm, mal ausrechnen: ca. 3 Meter × ca. 6 Meter × ca. 40 Zentimeter sind ca. 7 Kubikmeter. Bei einer angenommenen Dichte von 200 Kilo pro Kubikmeter sind das also knapp anderthalb Tonnen, von denen jetzt bestimmt eine Tonne um den Wintergarten herum liegt. Kein Wunder, dass ich ins Schwitzen geraten bin und die Jacke irgendwann in den Schnee geworfen habe. Ja, und da hat sie dann doch noch einigen Schnee vom Dach abbekommen. Also: Keiner verschüttet, alles ist gut! Und auch dem Kunststoffdach des Wintergartens tut es bestimmt gut, einen Großteil seiner Last losgeworden zu sein.

2 Kommentare für „Vårvinter“

Sylvia Bolm schreibt:

Was für hohe „Eisberge“ – bin gespannt, wann Du im Laufe des Jahres berichten wirst, dass sie geschmolzen sind.

Olaf Schneider schreibt:

Wahrscheinlich gar nicht, weil ich dann ein Seekajak, einen Trockenanzug und mehr Paddelerfahrung bräuchte, um dort überhaupt hinzukommen.

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