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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Winterradeln

8.11.: Minimum -11.5, Maximum -6.3., klarer Himmel
9.11.: Minimum -12.7, Maximum -1.3, jetzt um 21:00 bewölkt, -4 °C, windig und Schneestaub von oben

Gestern morgen zeigte das Thermometer -11 °C an und der Morgenhimmel war klar. Ein guter Tag, um auszuprobieren, welche Handschuhe meine Finger warmhalten, wenn ich eine Stunde auf dem Rad Richtung Stadt fahre. Ich hatte tatsächlich sechs Paar dabei, von den dünnen Fingerhandschuhen zum Unterziehen bis zum dicken, knallroten Daunenfäustling. Dann noch eine Daunenjacke für die Mittagspause eingepackt, mit den Füßen in die Winterstiefel geschlüpft, eine Sturmhaube, die nur noch die Augen frei lässt übergezogen und den Fahrradhelm aufgesetzt. Das war schon eine besondere Atmosphäre, als ich in der Morgendämmerung mit auf frostigem Schnee knirschenden Spikes losgefahren bin. Ich war froh über meine wintertaugliche, funktionelle Kleidung und die zwei Paar Fingerhandschuhe übereinander hielten schön warm. Aber schließlich braucht man so etwas auch für eine derartige Expedition! Dachte ich! Bis mir die erste Oma mit Strickmütze auf Ihrem Klapperrad entgegen kam. Und auch die nächsten Fahrradfahrer hatten nichts um den Hals. Das versetzte meinen Harter-Fahrradfahrer-Phantasien doch einen empfindlichen Dämpfer.

Obwohl die Spikes toll sind, habe ich doch ein Drittel mehr Zeit gebraucht als im Sommer. Was aber wirklich Zeit kostet, ist das ganze An- und Umziehen. In der Agentur: Helm ab, Sturmhaube ab, zwei Paar Handschuhe aus. Jacke aus. Im Bad Unterhemd und Fleecepullover aus. Waschen. T-Shirt und Sweatshirt an. Lange Fleecehose aus, normale Hose wieder an. Sachen zum Trocknen aufhängen. Puh, das dauert. Jetzt erst einmal einen warmen Tee!

Der Rückweg war schön. Zum einen hatte ich Rückenwind, zum anderen ließen die Straßenlaternen vor allem die schneebedeckten, kleineren Straßen hell leuchten, während sich über einem der dunkle Sternenhimmel wölbte. Kein Vergleich zu dem dunklen und öden Eindruck, den die Straßen ohne Schnee letzte Woche machten.

Das war gestern. Heute morgen war es noch ein bisschen kälter, aber ich habe nicht so gut geschlafen und war so müde, dass ich lieber den Bus genommen und meinen Krimi „Mannen som dog som en lax“ weiter gelesen habe. Und ehrlich gesagt – wenn ich mir die Wettervorhersage anschaue, dann werde ich wohl auch morgen den Bus nehmen. Die sagt nämlich für morgen Neuschnee bei mittleren Windgeschwindigkeiten von 13 m/s, also etwa 45 Kilometer pro Stunde voraus. Schon jetzt fällt Schneestaub vom Himmel, der vom zunehmenden Wind durch die Straßen getrieben wird und alles ist weiß.

4 Kommentare für „Winterradeln“

Janne@LapplandTimes schreibt:

Fehlt nur noch die Skibrille! ;o) Bei uns im Inland waren es letzte Nacht -21.9°C. Aber irgendwo ist es immer noch kälter… ;)

Olaf Schneider schreibt:

Für beeindruckende Tiefsttemperaturen taugt Skelleftehamn natürlich nichts. Dazu ist die Ostsee zu nah und Berge zu weit weg. Aber für deutsche Verhältnisse ist das hier trotzdem tiefster Winter, und das Anfang November.

Die Skibrille kommt bestimmt auch noch zum Einsatz … ;-)

Tony schreibt:

Hallo,
bin schonmal vor Monaten auf deinem Blog gewesen, damals war gerade dein Umzug aktuell. Nun habe ich mir den Rest durchgelesen und bin echt begeistert. Es freut mich, dass es dir dort oben so gut geht (auch wenn wir uns nicht kennen).

Viele Grüße in Richtung Norden,
Tony

Olaf Schneider schreibt:

@Tony Danke für das Lob und schöne Grüße in den Südwesten. (Skelleftehamn liegt etwa auf der Breite von Warschau) ;)

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