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Nordwärts

Vom Leben in Skelleftehamn

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Bjuröklubb und Surströmming

Nach einem ausgiebigen Frühstück – nennen wir es einfach Brunch – mit Spiegelei und Speck, gegrillten Tomaten, einer Art Eier-Käse-Auflauf und einem herrlichen grünen Tee haben Lasse, Martine und ich einen Ausflug mit dem Auto gemacht. Erst waren wir in Skelleftehamn, dem vorgelagerten Hafenstädtchen, welches 17 km weit entfernt an der Ostsee liegt. Teilweise ist das Meer schon eisfrei, an manchen Stellen ist es aber auch noch komplett mit Eis bedeckt. Dieses sieht aber schon ganz schön dünn aus, lange wird es nicht mehr dauern, bis das Eis weg ist.

Danach sind wir 4 Meilen südwärts nach Bjuröklubb gefahren, eine weit in die Ostsee ragenden Landzunge, auf der man fast bis nach Finnland herüberschauen kann. Die einzigen, die wir getroffen haben, waren ein Pärchen, welches vor dem Leuchtturmhäuschen eine Pause von ihrer Skitour(!) machte, ein sehr schneller Jogger und fünf Seidenschwänze, die in den Birken herum hüpften.

Abends gab es dann Surströmming, ein Gericht, bei dem sich wohl auch die Schweden streiten, ob es eine Delikatesse oder ungenießbar ist. Surströmming besteht im Grunde aus vergorenem Hering und das herausragende Merkmal ist der extreme Geruch, den dieser verbreitet. Deswegen macht man die Dose auch draußen auf. Aus dem Hering werden dann die Innereien heraus gedrückt und die Gräten entfernt. Das, was dann noch übrig geblieben ist, isst man mit Tunnbröd, zerstampften Kartoffeln, Zwiebeln, Sauerrahm und Dill als Sandwich. Dazu gibt es Bier und Schnaps. Letzterer wird mit Helan går, einem Trinklied begleitet. Surströmming werde ich jetzt nicht jede Woche begeistert essen, aber das ganze schmeckte wesentlich besser, als die vielen Horrorstories vermuten ließen.

Ein Kommentar für „Bjuröklubb und Surströmming“

Annie schreibt:

Ist ja interessant. Wahrscheinlich kommt es auch auf das Näschen an. Als ich einen Herbst zum Surströmmingsfest geladen wurde, empfing mich der Gestank dieses vergorenen Fisches schon im Garten und ich dachte, es gäb Probleme mit dem Abwassersystem. Ich habe mich trotz des bestialischen Geruchs dazu hinreißen lassen, wenigstens mal zu probieren, aber das hat mich genauso wenig überzeugt. Die Beilagen waren dafür umso besser! :P Es wurde mir aber nicht übel genommen, denn die Geschmäcker teilen sich da auch bei den Schweden. Aber das kleine gettogether und die ausgelassene Atmosphäre war schon ein Erlebnis wert! Man muss es wenigstens mal probiert haben, um mitreden zu können. Surströmming ist Kultur à la Sverige. :-)

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